Bedingungslose Kapitualtion

Die bedingungslose Kapitulation Nazi-Deutschlands vor 70 Jahren:

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Die Kapitulation Deutschlands vollzog sich in Raten und ist das Bild eines anderen Sieges und einer noch größeren Befreiung:

Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel betritt gegen Mitternacht das Kasino des sowjetischen Hauptquartiers in Berlin-Karlshorst. Dort haben sich die Vertreter der vier Alliierten bereits versammelt. Keitel, bis zu diesem Augenblick der ranghöchste Soldat, blickt zu Marschall Georgi K. Schukow, dem Eroberer von Berlin. Der Deutsche zögert einen Augenblick, als warte er, dass Schukow sich erhebt. Der sowjetische Oberbefehlshaber bleibt jedoch sitzen. Daraufhin grüßt Keitel mit erhobenem Marschallstab in der Rechten und nimmt Platz. Diese Szene gehört zu einem Film, der von der bedingunglosen Kapitulation Nazi-Deutschlands am 8. Mai 1945 erhalten ist.

Zunächst in Reims …

Großadmiral Karl Dönitz hat zuvor versucht, eine Teilkapitulation gegenüber den Westmächten zu erreichen: Der Hitler-Nachfolger beabsichtigt, sich mit ihnen gegen die Sowjetunion zu verbünden. Dönitz schickt Generaloberst Alfred Jodl zu Verhandlungen nach Reims ins amerikanische Hauptquartier. General Dwight D. Eisenhower sieht darin den Versuch, das Bündnis der Alliierten zu sprengen. Er besteht auf einer sofortigen und bedingungslosen Gesamtkapitulation. Jodl unterzeichnet die Erklärung am frühen Morgen des 7. Mai 1945 im Namen des deutschen Oberkommandos.

… dann in Berlin

Josef Stalin verlangt als Reaktion auf Reims eine Wiederholung der Zeremonie in Berlin – in seinem Machtbereich und im Zentrum des ehemaligen „Tausendjährigen Reiches“. Zur deutschen Delegation gehören neben Keitel auch Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg und Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff. Sie unterzeichnen in der Nacht zum 9. Mai die Urkunde: „Wir […] erklären die bedingungslose Kapitulation aller unserer Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft […] vor dem Oberkommando der Roten Armee und gleichzeitig vor dem Oberkommando der Alliierten Expeditionsstreitkräfte.“ Damit ist der Zweite Weltkrieg in Europa offiziell beendet.

Stand: 08.05.2005 (Quelle http://www1.wdr.de/themen/archiv/stichtag/stichtag870.html)

Dies Kapitulation vor den westlichen Alliierten in Reims geschah „am 7. Mai in der Zeit von 2:39 bis 2:41 Uhr. (…) Die bedingungslose Kapitulation trat für alle Fronten am 8. Mai um 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft“. (Wikipedia)

  • „Dieses Datum, an dem der Krieg in Europa beendet war, wird als „Tag der Befreiung“ beziehungsweise „VE-Day“ begangen.“ (Wikipedia)

Die Ratifizierung vor der Roten Armee in Berlin „geschah rückwirkend zum 8. Mai 1945, 23:01 Uhr MEZ durch Unterzeichnung einer weiteren Kapitulationserklärung am 9. Mai um 0:16 Uhr im Offizierskasino der Heerespionierschule in Berlin-Karlshorst“. (Wikipedia)

  • „Da in der Sowjetunion die Kapitulation erst nach diesem Akt bekanntgegeben wurde (…) werden in Russland bis heute die Feierlichkeiten zum Ende des Großen Vaterländischen Krieges als „Tag des Sieges“ erst an diesem Tag begangen.“ (Wikipedia)

Quellen:

Dieses historische Ereignis liefert das Bild einer geistlichen Wirklichkeit, die noch bedeutsamer ist, als der Sieg der Alliierten:

  • Trotz der bedingungslosen Kapitulation der militärischen Führung, gab es an verschiedenen Stellen des Deutschen Reiches noch Widerstand und Endgefechte einzelner Armeeteile (z.B. die 8. Armee, bis zum 11. Mai 1945).
  • Auch im politischen Bereich gab es mit der von Hitler per Testament eingesetzten „Flensburger Regierung“ des Admiral Dönitz eine nennenswerte Anekdote: Obwohl der „Reichssender Flensburg“ in einer Ansprache am 7. Mai um 12:45 Uhr (nach der Kapitulation in Reims) erstmalig das Ende des Zweiten Weltkrieges in einem deutschen Sender verkündete, dauerte es bis zum 23. Mai 1945, bis die „Regierung Dönitz“ in Flensburg von den Briten verhaftet wurde.
  • Gut 14 Tage konnte sich also eine „Regierung“ in Rechtsnachfolge des „III. Reiches“ im Amt halten, obwohl die Niederlage des Deutschen Reiches bereits eine juristische Tatsache war.

Im Evanglium wird uns zugesichert, dass in Tod und Auferstehung Christi auch unser „Feind“ geschlagen wurde, ja Er hat „durch den Tod den zunichte gemacht, der die Macht des Todes hat, dass ist den Teufel“ (Hebräer 2,14). In der Folge werden die an Jesus Christus Glaubenden als „Befreite“ gesehen:
„alle die befreite, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren“ (Hebräer 2,15).

Der „Tag unserer Befreiung“ ist bereits auf Golgatha geschehen und an Ostern mit Macht verkündet worden, als Jesus, als „Sohn Gottes in Kraft“ erwiesen wurde, „dem Geist der Heiligkeit nach durch Toten-Auferstehung“ (Römer 1,4). Ja, Jesus hat in den Worten des Apostels Paulus, „als Erster durch Toten-Auferstehung Licht verkündigt“ (Apostelgeschichte 26,23).

Trotzdem treibt der bereits gerichtete „Fürst dieser Welt“ (Johannes 12,31; 16,11) noch sein Unwesen. Unser endgültiger „Tag des Sieges“ steht noch aus! Die finale Siegesfeier wird dann geschehen, wenn auch wir auferstehen und mit Ihm herrschen werden. Bis dahin gilt:

Röm 8,18 Denn ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Röm 8,19 Denn das sehnliche Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Röm 8,20 Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden (nicht freiwillig, sondern dessentwegen, der sie unterworfen hat), auf Hoffnung, Röm 8,21 dass auch die Schöpfung selbst freigemacht werden wird von der Knechtschaft des Verderbens zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Röm 8,22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Geburtswehen liegt bis jetzt. Röm 8,23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlinge des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst, erwartend die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes.

Trotzdem werden wir uns bis dahin von den Partisanenkämpfen seiner versprengten Truppen nicht schrecken lassen, wie es Martin Luther so trefflich ausdrückte:

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht;
das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.
(Martin Luther, ca. 1529, „Ein feste Burg ist unser Gott“)

Der Tag der Befreiung ist Geschichte, der Tag des Sieges wird bald eingefahren, „wenn Er kommt!“ Wer heute vor Ihm die Waffen streckt, wird dabei sein …

Bildnachweis: „Wilhelm Keitel Kapitulation“ von Lt. Moore (US Army) – National Archives and Records Administration: http://www.archives.gov/research/military/ww2/photos/ (photo no. 193), direct link: http://www.archives.gov/research/ww2/photos/images/ww2-193.jpg, SC 202692, Credit NARA.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wilhelm_Keitel_Kapitulation.jpg#/media/File:Wilhelm_Keitel_Kapitulation.jpg

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