Warnung vor dem „Schwaben-Gen“ – Freiluftgottesdienst auf dem Gelände der Lukas-Schule

Der brennenden Sonne zum Trotz haben sich rund 800 Besucher an einem Freiluft-Gottesdienst auf dem Gelände der Lukas-Schule in Laim beteiligt. Die Kinder hatten es klimatisch etwas besser – ihr Programm fand in den Räumen der benachbarten Paul-Gerhardt-Kirche statt.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand eine Predigt des württembergischen Pfarrers und EKD-Synodalen Steffen Kern.

Allianz-Gottesdienst3

Er rief die Teilnehmer zu einer neuen Leidenschaft für den Glauben auf. Christen dürften nicht unter sich bleiben, sie müssten vielmehr eine Bewegung hin zu Jesus, hin zur Bibel und hin zu den Menschen sein. Die Christenheit leide freilich häufig unter einem „Schwaben-Gen“, wie es der gebürtige Schwabe Kern nannte: „Häuslebauen“ stehe im Mittelpunkt und nicht der Aufbruch. Dabei gebe es im Neuen Testament keinen Aufruf, Kirchen zu bauen. Kirchen müssten vielmehr den Charakter von „Aufbruchslagern“ haben, von denen dann die Bewegung hin zu den Menschen ausgehe. Dies soll auch durch die Initiative „Zeit zum Aufstehen“ deutlich werden, ein Projekt, mit dem verschiedene Verantwortliche aus der evangelischen Kirche in Deutschland (darunter Steffen Kern) zu einer Neubesinnung auf elementare christliche Botschaften im Vorfeld des 500jährigen Reformationsjubiläums aufrufen (mehr dazu unter: http://www.zeit-zum-aufstehen.de).

Als besonders gravierendes Thema der Gegenwart bezeichnete Kern die Christenverfolgung in vielen Teilen der Welt. So rief er aus aktuellem Anlass zur Solidarität mit Christen in Israel auf. Medienberichten zufolge würden Christen derzeit von Anhängern der islamistischen IS aufgefordert, Jerusalem bis zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan zu verlassen, andernfalls drohe ihnen der Tod. „Viel zu leicht gewöhnen wir uns im sicheren Westen an schlechte Nachrichten wie diese“, so Kern, „aber wir dürfen nicht zulassen, dass sich eine Hornhaut auf unserer Seele bildet und wir diese Nachrichten gar nicht mehr an uns heranlassen.“ Die erste Antwort der Christen auf solche Nachrichten müsse vielmehr Gebet sein.

An dem Gottesdienst unter dem Titel „Offener Himmel“ beteiligten sich Vertreter verschiedener evangelischer Gemeinden und Freikirchen unter Leitung der Evangelischen Allianz München. Eine gemeinsame Lobpreis-Band sorgte mit neueren und bekannten älteren Liedern wie „Großer Gott wir loben dich“ für den musikalischen Rahmen. Viele Teilnehmer blieben im Anschluss an den Gottesdienst zum Picknick, außerdem wurde ein Fußball-Turnier veranstaltet, aus dem die Mannschaft der Freien Evangelischen Gemeinde München Mitte als Sieger hervorging.

Hans-Joachim Vieweger
Fotos: Frank Uphoff

Quelle:

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