Paris


Paris

Dr. Berthold Schwarz schrieb unter Verweis auf den u.g. WELT-Artikel heute morgen in FB:

Paris. Es geht um „uns“, um die Art, wie „wir“ leben. Es geht letztlich um die freiheitlich-demokratische Gesellschaft, die angegriffen, verunsichert und letztlich zerstört werden soll …
Der bewusst gewählte, „abergläubisch-symbolische“ Tag gestern, die Orte der Terroranschläge, … die Demoralisierung und die potentiell zukünftigen Angst-Szenarien als psychologische „Kriegsführung“ gehen ganz offensichtlich weiter. Es steht viel auf dem Spiel, für Europa. Es geht um „uns“ …
Quelle: https://www.facebook.com/berthold.schwarz.5?fref=ts

Und verständlicher Weise reagiert die frz. Regierung in aller Härte. In dem Welt-Artikel wird Hollande zitiert: „Wir beginnen einen Kampf ohne Gnade!“ Aber genau das ist die Absicht: eine Spirale der Gewalt anzuzetteln. Wie aber soll eine „offene Gesellschaft“ ihren Feinden militärisch Herr werden, wenn diese aus dem „Nichts“ kommen und ihr eigenes Leben nicht schonen? Wie „einfach“ ist es, wenn Terroristen zu allem entschlossen sind solche Taten umzusetzen. Kein Sicherheitssystem der Welt kann das verhindern.

Es geht darum, die westliche Zivilgesellschaft zu destabilisieren. Wenn das noch 3-4 Mal in dem gleichen Viertel passiert, ist es vorbei mit Party und westlicher Freitagabend-Kultur. Voraussichtlich wird die Freizügigkeit in Europa reduziert werden: interessanter Weise wurden in der Nacht die Grenzen geschlossen. Freiheit nur noch in einem definierten, geschlossenem Rahmen … – unser Mitgefühl und praktische Solidarität mit Israel wird vielleicht wachsen, wenn auch bei uns in Zukunft an jeder Ecke Soldaten mit gezücktem MG stehen. Man wird erinnert an die wilde Zeit der RAF-Terroristen in Deutschland, zur Zeit des in dieser Woche verstorbenen Altbundeskanzlers Helmut Schmidt. Die Politik braucht auch heute Personen mit einer Festigkeit und Kühlheit, wie er sie seinerzeit verkörpert hat.

Es bleibt abzuwarten, ob die Gesellschaft sich mindestens ebenso stark solidarisiert wie im Januar bei Charlie Hebdo, oder ob die Angst bereits obsiegt hat. Und auch, falls wie erwartet die Täter Islamisten sind, ob sich die muslimische Kommunität mit dem „Westen“ solidarisiert. Denn damals konnten die Islamisten ja behaupten, dass auch Charlie Hebdo „Täter“ waren und ihre „gerechte“ Strafe bekamen. Aber heute? Eigentlich müsste die Solidarität heute doch größer sein, oder nicht?

Christen können diese Welt nur noch dem Gott anbefehlen, der immer noch im Regiment sitzt.
Er wird Recht sprechen, auch „wenn die Welt voll Teufel wär“:

Ein feste Burg ist unser Gott,
ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not,
die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind
mit Ernst er’s jetzt meint,
groß Macht und viel List
sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan,
wir sind gar bald verloren;
es streit’ für uns der rechte Mann,
den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist?
Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth,
und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht;
das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort sie sollen lassen stahn
und kein’ Dank dazu haben;
er ist bei uns wohl auf dem Plan
mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib,
Gut, Ehr, Kind und Weib:
lass fahren dahin,
sie haben’s kein’ Gewinn,
das Reich muss uns doch bleiben.

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