Satte Menschen sinnieren eher über ein Leben nach dem Tod (SZ)

Zu dem aktuellen Artikel in der SZ „Woher kommt die Moral?“ …

… möchte ich nochmals auf den Vortrag von Prof. W.L. Craig vom 30.10.2015 in München verweisen:

Dr. B. Schwarz hat in FB zu recht festgestellt:

Die aktuelle (von mir wahrgenommene) christliche Apologetik hinkt dermaßen hinterher, dass eine Auseinandersetzung mit diesen provokanten, nicht marginalen Hypothesen nirgendwo sachlich begründet zu finden ist.

Wir Christen beschäftigen uns zur Zeit vielleicht viel zu sehr mit mystisch-emotionaler „Wohlfühl-Christlichkeit“. Die rational-intellektuelle Durchdringung des eigenen Glauben, auch in der Auseinandersetzung mit Religionen und anderen Wissenschaften kommt zu kurz. Über lang oder kurz werden „wir“ (Christen) keine rational-apologetischen Antworten mehr zu bieten haben, bleiben wir nicht auf der Höhe der gesellschaftlich und wissenschaftlich geführten Debatten. Mir jedenfalls wäre das zu wenig, ein bisschen nette, verinnerlichte religiös-mystische Christlichkeit mit Streichfaktor 10.

Die christliche Apologetik hat bisher noch kaum die hervorragenden Thesen des Ägyptologen Jan Assmann zur Religionsentwicklung als Kulturphänomen sachgerecht erwidert und adressiert. Und diese Hypothesen des „Supernatural Monitoring Hypothesis“ sind nirgendwo auf dem Schirm sachgerecht-intelligenter christlicher Apologetik.

Ich bete darum, dass hier unter Christen endlich ein notwendiges Umdenken beginnt. Wer betet mit? Und ich arbeite (zunächst für mich alleine) mit, denkerische Bausteine für eine gute, intelligente christliche Apologetik zu finden. Wer sucht und formuliert mit?

Quelle: https://www.facebook.com/berthold.schwarz.5?fref=nf7

 

Nicht, dass W.L. Craig’s Beitrag bedeutungslos sei, aber er ist eher im grundsätzlichen tätig, während (so Schwarz) auch konkrete Fragen einer christlich begründeten Antwort bedürfen:

Craig ist hilfreich. Lennon, McGrath und andere Englischsprachige ebenso. Doch die apologetische Debatte muss m.E. auch die konkret diskutierten Ergebnisse der einzelnen Wissenschaftsbereiche wahrnehmen. Zu sehr arbeiten die aktuell aktiven christlichen Apologeten im Bereich der Erkenntnistheorie und der Fundamentaltheologie – Wie können wir überhaupt etwas wissen? Existiert „Gott“? Das sind unwidersprochen zentral wichtige Themenfelder.

Doch Einzelstudien, die nicht immer bei der Grundfrage der Existenz beginnen müssen, werden m.E. viel zu wenig apologetisch adressiert. Assmanns „kulturelles Gedächtnis“ oder eben diese evolutions-soziologischen Hypothesen usw.

 

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