Full House am 26.02.2016

Der hier beworbene Vortrag von Dr. Christian Hofreiter in der FEG München-Mitte fand großen Zuspruch: ein gut gefüllter Gemeindesaal (nach Aussagen der Veranstalter fasst er ca. 300 Personen) und ebensoviele Besucher des Live-Streams verfolgten den Vortrag zum Thema:

  • Bedrohtes Glück? – Zukunftsängste und Optimismus in Zeiten von Terrorismus, Flüchtlingsströmen und Eurokrise“

Am 27.02.2016 fand zudem im Martin-Bucer Seminar ein Seminar mit dem Referenten statt: Kritik am Glauben als evangelistische Chance, Lukas Mittelschule (Laim):

Dem Veranstalter (cvmd) und dem Gastgeber (FEG Mitte) gebührt Dank für die perfekte  Organsiation des Abends, sowie Dr. Hofreiter für sein 2. Gastspiel im Münchener Raum, nach nur einem knappen Jahr Abstinenz!

Skizze des Vortrags:

Nach Begrüßung des Moderators, der feststellte, dass die Ratlosigkeit in Europa allenthalben zum Greifen nahe sei und nirgends besser auf den Punkt gebracht worden sei, als im Singspiel des Nockherberg-Starkbieranstiches 2016, als Hr. Seehofer zu Fr. Merkel sagte: „Der europäische Gedanke ist wie ein Probeabo, solange es nicht kostet finden es alle gut. Aber das Probeabo ist abgelaufen und Du hast vergessen zu kündigen, als einzige!“ …

… stellte der Referent in seinen einleitenden Worten die Komplexität des Themas (über Feuerbach, Freud) und die Nähe zu seinem letztjährigen Vortrag vor („Gewalt im Namen Gottes“?), um dann einen mit zwei globale Fragen gleich in medias res zu gehen:

  • Woher kommt die Ordnung des Universums? Warum ist das Universum überhaupt „verständlich“?
  • Woher kommt die enorme Feinabstimmung bei den ca. 25 Naturkonstanten, die die Voraussetzung für den „Big-Bang“ wären …? Bsp. 1/25: die Expansion des Universums bedingt das richtige Tempo des Drifts des Universums; dies Läge bei einer Wahrscheinlichkeit von 1x 10 hoch 15 (1 s nach dem Urknall) …

Zum Vergleich: in unserem Universum seien weniger Sterne 1x 10 hoch 11 Sterne… – Zufall?

Die daraus abgeleitete Frage sei, ob das Universum entweder von einem Designer stamme, oder ob es gar Multiversen gäbe … Es erscheint mehr als sinnvoll eine „große Macht“anzunehmen,  die dahinter stünde!

Anschließend versuchte der Redner einen gewagten Shift zu der Frage: „Was bedeutet das für mich als Christ, dass Gott allmächtig ist? Wie steht es (dann) bei mir um das bedrohte, individuelle Glück?“. Im Gleichnis vom „Haus auf dem Sand / bzw. Fels“ postuliere Jesus zwar starke Worte (Leben gelingt nur mit Ihm), böte aber auch keine billige Vertröstung für die Glaubenden an: denn die Krise kommt auch bei denen, die seine Worte ernst nähmen …

Offensichtlich war der Bruch vom Urknall zu Jesus auch aus Sicht des Referenten etwas zu schnell, weswegen der Vortrag mit einem Exkurs weiterging:

  • Welche Gründe gibt es von Jesus Christus als glaubwürdige Figur der Geschichte (und als „Gottes Sohn“) zu sprechen?
    A. Die Überlieferung der biblischen Texte sei außergeöhnlich akurat und glaubwürdig
    B. der eigene Anspruch Jesu Gott zu sein sei unbestritten: „Wer mich sieht hat den Vater gesehen; ich und der Vater sind eins“
    C. Die Vorhersage seiner Kreuzigung und die hist. Tatsache seiner Auferstehung stellten eine starke Argumentationskette dar: inkl. 1) Indizien-Beweise (das leere Grab, den Jüngern begegnet), 2. Art der Argumentation: warum Frauen als Zeugen der Auferstehung?, 3) im ältesten Dokument der Auferstehung (ca. 55 nChr. 1Kor 15) falsifiziere Paulus die Auferstehung, indem er sagt, dass von den 500 Augenzeugen noch etliche lebten …
  • Diese historischen Fakten des Evangeliums gäben, so der Referent, den verängstigten Aposteln starke Zuversicht, so dass sie trotz damaliger Krisen zu mutigen Zeugen des Auferstandenen wurden
  • Gleiches können nach Aussage des Referenten auch heute eigene Glaubenserfahrung werden!

Anschließen kam Dr. Hofreiter auf ein zweites Beispiel im NT zurück: „die Geschichte vom reichen Kornbauer“: Kornspeicher angelegt, Füße hoch, keine Sorgen mehr … – die göttliche Antwort laute:  „Du Trottel“, Leben besteht nicht im Besitz, heute Nacht ist es vorbei … (Kontext: stattdessen „Schatz im Himmel“ / bei Gott finden).

Die junge Kirche lebte im Hier und Jetzt und führte laut Dr. Hofreiter zu der sprichwörtlichen Freigebigkeit des Abendlandes (neben aller Kritik): vgl. Sklavenbefreiung unter Wilberforce, die Bürgerrechtsbewegung in den 60-igern Jahren, oder allg. die Errungenschaft der sozialen Marktwirtschaft, die auf die christliche Soziallehre zurückgingen …

In der Zusammenfassung stellte der Redner fest, dass der Vorwurf von Marx & Co. Religion sei „Opium fürs Volk“ zwar ernst zu nehmen sei, aber doch nicht stichhaltig bleibe, da die Begründung der Krtiker eben nicht zuträfe! Vielmehr sei biblisch gedachter Glaube entgegen der Kritik der Altvorderen eben genau das:

  • Ergebnis von Erfahrung, aber eben auch …
  • Endprozess des Denkens.

Dies wurde vom Referenten als persönliche Erfahrung bezeugt und vom Moderator (im Fragenteil) für den Veranstalter bekräftigt! Viele Reiche (Empire) seien vergangen … – wie man in 100 Jahren von unserer Zeit reden wird? Vgl. Augustinus „Gottesstaat“ geschrieben im zerfallenden Rom …

In einer abschließenden Fragerunde wurden einzelne Themen im Dialog mit dem Publikum vertieft.

Folgende Sätze bleiben: sage ich Ja oder Nein zu Gott? Wo ist mein Schatz? Worauf gründet meine persönliche Zuversicht?  Die Veranstaltung war eine Ermutigung dem Gott der da ist nachzuspüren: im Gespräch und Nachdenken Gründe zu erfassen, dann aber auch im Gebet Kontakt aufzunehmen und / oder „das“ Buch zu lesen (die Bibel, welche kostenlos auflag).

Unter cvmd.eu wird der Vortrag in Kürze einsehbar sein.

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