So laut kann Köln zu Judenhass schweigen

Manchmal kann das Kölner Schweigen so laut sein!

(Bild: DFLP-Feierlichkeit in Gaza 2016)

Am 27. Februar 2016 fand im Kölner Bürgerzentrum Alte Feuerwache eine Solidaritätsfeier für die palästinensische Organisation DFLP und der Intifada im Nahen Osten statt. Die DFLP ist unter anderem für einen Anschlag auf eine israelische Schule verantwortlich, durch den 21 Kinder getötet wurden. Die Intifada richtet sich nicht nur gegen den Staat Israel, sondern generell gegen Juden. Der Aufruf zur Intifada sieht die Tötung von Zivilpersonen bis zu gänzlicher Auslöschung des Judentums vor. Die Zeugnisse im Internet belegen dabei eindeutig die gewalttätige Zielsetzung der in der Alten Feuerwache gefeierten Organisation.

Bisher hat nur eine Partei im Kölner Rat die Aktion verurteilt. Die FDP teilt die Kritik von Tapfer im Nirgendwo und der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit an einer Veranstaltung in der Alten Feuerwache. Der FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite erklärt:„Wir Kölner Freien Demokraten sind entsetzt, dass ein städtisch finanziertes Bürgerzentrum wie die Alte Feuerwache ganz bewusst ihre Tore für eine antisemitische Veranstaltung öffnet. Die Verherrlichung des Tötens einer ganz bestimmten Religions- und Volksgruppe kann nicht als durch Meinungsfreiheit gedeckte Kritik durchgehen. Wehret den Anfängen! Antisemitische Hetze in Kölner Bürgerzentren darf es einfach nicht geben und muss zu Konsequenzen führen.

Die FDP teilt darum auch die Kritik der Kölnischen Gesellschaft für Christlich -Jüdische Zusammenarbeit, die die Veranstaltung in der Alten Feuerwache als „offen und gezielt antisemitisch“ scharf verurteilt und einer Überprüfung des städtischen Zuschusses an das Bürgerzentrum einfordert. Wir können dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Jürgen Wilhelm, nur beipflichten, wenn er in seiner Kritik ausführt, dass es nicht angeht, „dass unter dem Deckmantel der demokratischen Meinungsäußerung Antisemitismus und damit ein Stück Volksverhetzung mit Steuergeldern subventioniert wird.“

Ansonsten gibt es ein paar persönliche Stellungnahmen. Volker Beck von den Grünen erklärt zum Beispiel:

“Ich erwarte von der Feuerwache eine Erklärung: eine Unterstützung von terroristischer Intifida und Angriffen auf jüdische Israelis ist inakzeptabel. So etwas hat in einem städtisch finanzierten Bürgerzentrum nichts verloren.”

Auch die Kölner Presse schweigt sich über den Vorfall aus. Beim Kölner Stadt-Anzeiger ist bisher keine Nachricht im Internet zu finden. Der WDR schweigt ebenfalls. Nur in der Kölnischen Rundschau findet sich ein kleiner Beitrag.

Es gab ein paar kleinere Organisationen, die sich gegen die Veranstaltung ausgesprochen haben, darunter das Bündnis gegen Antisemitismus und die Deutsch-Israelische Gesellschaft. Es gab sogar eine Kundgebung gegen die Terrorparty. Es waren aber gerade mal siebzig Leute da!

Liebe Kölnerinnen und Kölner,

Was ist los in Eurer Stadt? Gefällt Euch der Terror gegen Juden so sehr, dass Ihr ihn jetzt sogar mit Euren Bürgerzentren fördert? Habt Ihr wieder die Kunst des Schweigens für Euch entdeckt? Gilt “Arsch huh, Zäng ussenander” nicht für Juden?

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