Ostern, Weihnachten und der SPIE …

Friedhofstor

Auch wenn es langweilt …

… der SPIEGEL hat zu Ostern wieder einen seiner Kollegen „von der Leine gelassen“, um gegen gegen das Christentum zu wettern (und duch die Provokation den Verkauf zu fördern): „Der Glaube braucht den Unglauben“; hier der Link:

Wer sich für die Belege der Bibel zu den angeblich politischen Machtansprüchen Jesu bzw. seiner Nachfolger interessiert, sei auf den – in Arbeit befindlichen – Anhang unten verwiesen. 1)

Der Autor der „Kolumne“ Georg Diez hat – neben einem neuen Buch über „Selbstbestimmung und das Recht am eigenen Tod“ – laut SPIEGEL-Angaben folgende Qualifiktation:

  • er hat für die „Süddeutsche Zeitung“ über Theater,
  • für die „Zeit“ über Literatur und
  • für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ über alles geschrieben

Besonders Letzteres („über alles“) scheint ihn zu qualifizieren nun mal schnell „über alles“, also auch über die Bibel zu schreiben: immerhin ist er der letzte verbliebene Fachmann für „alles“ – und sei es Gott, Bibel und Religion …
Sein Gewährsmann für die Behauptung, dass die Geschichte Jesu völlig verdreht niedergeschrieben worden sei, ist (neben dem iranisch-amerikanische Religionswissenschaftler Reza Aslan) ein französischer Schriftsteller namens Emmanuel Carrère. 2) Wobei die Nationalität nichts zur Sache tut: Hauptsache Schriftsteller! 3)

Der habe gerade in seinem faszinierenden Buch „Das Reich Gottes“ die Lüge des Christentum aufgezeigt:

Alles begann, so Carrère, mit einer Verdrehung der Wahrheit, man könnte auch sagen, es begann mit einer Lüge: Weil die Evangelisten, die die Geschichte von Jesus erzählten, verdichteten, erfanden, „entgegen der historischen Wirklichkeit beschlossen hatten, Jesus als Widerständler gegen die jüdische Religion und nicht gegen die römische Besatzung darzustellen“.

Quellenangaben? – Keine!

Wir, die verbliebenen, dümmlichen Frommen, die „den Christus nicht so kennengelernt“ haben (Eph 4,20) sind natürlich mächtig beeindruckt und schrecken auf, dass der ursprüngliche Jesus ein Terrorist gegen die Römer war, der nun umgedreht, als Gegner der Juden verkauft wird.

Ja, noch schlimmer (?), dass die „Erfindung“ des Christentums sogar aus dem „Geist des Antisemitismus“ erfolgt sei. Der Grund sei einfach gewesen:

Ein „Che Guevara“-Jesus, wie Carrère ihn nennt, wäre immer ein Hindernis gewesen, wenn man eine Kirche auf ihn bauen wollte. Und das wollte speziell Paulus, den Carrère als den eigentlichen Erfinder des Christentums schildert, wie es von Kreuzigung und Auferstehung so österlich geprägt ist. Und Paulus wusste das.

Dies sei zwar ein „genialer“, aber auch „gemeiner Coup“ gewesen, denn „‚Jesus, der drei Jahrhunderte zuvor als König der Juden gescheitert war, wurde der König von allen, außer von den Juden'“ (soll wohl ein Zitat des Herrn Carrère sein?).

„Es bleibt eine krumme Geschichte“ sagt Herr Diez über die Ursprünge der Christentus. Das kann man von seinem Artikel mit Fug und Recht auch behaupten:

  • man nehme den eigenen unverarbeiteten Groll gegen das Christentum,
  • mische ihn mit ein, zwei Zitaten eines frz. „Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmproduzent“ auf …

… und schon ist ein weiterer, hochqualifizierter SPIEGEl-Artikel „über alles“ fertig, der die Religion im Allgemeinen und das Christentum im Besonderen  diskredidiert …
„Habe fertig“ – bis spätestens Weihnachten 2016 dann!

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1) Die Aussagen des NT über Frieden, Krieg und Politik: in Arbeit

Frieden: εἰρήνη (eirene), ca. 90x im NT

  • Mt 5,9 Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.
  • Mt 10,34 Denkt nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert (Anm.: der Kontext zeigt, dass es metaphorisch gemeint ist)
  • Luk 1,79
  • Luk 2,14
  • Luk 10,5.6
  • Luk 12,51
  • Luk 19,38
  • Joh 16,33
  • Röm 3,17
  • Röm 14,17
  • 1Kor 14,33
  • Gal 5,22
  • Eph 2,14.15
  • Eph 6,15
  • Phil 4,7.9
  • Kol 3,15
  • 1Thess 5,3
  • 1Thess 5,23a
  • 2Thess 3,16a
  • Hebr 12,14a
  • Hebr 13,20a
  • Jak 3,18
  • 1Petr 3,11

Krieg: πόλεμος (polemos), 18x im NT

  • Außer in den Endzeitreden in Matth 24 (par, dort auch der Begriff „Reich Gottes“) und der endzeitlichen Perspektive auf die Welt in der Offb kommt „Krieg“ nenneswert nur in
  • Jak 4,1.2 vor:

Reich Gottes: βασιλεία (basileia), ca. +160x im NT
Das „Reich Gottes“ meint die Königsherrschaft Christi über seine Nachfolger und wird im NT entweder a) als in  einer „geheimen“ Form adressiert (wie es jetzt innerhalb der (ursprünglich) a-politischen, christlichen Kirche realisiert werden soll), oder – wenn es in einem tatsächlichen Sinn verstanden wird – b) als noch zukünftig und nach der Wiederkunft Christi betrachtet!

  • Matth 3,2
  • Matth 4,17
  • Matth 4,23
  • Matth 5,3
  • Matth 5,10
  • Matth 6,10 (Anm.: das Reich Christi, um dessen Kommen bis heute im „Vaterunser“ gebetet wird, ist immer noch zukünftig und fällt nicht mit aktuellen politischen Größen zusammen)
  • Matth 6,33
  • Matth 9,35
  • Matth 10,7
  • Matth 11,12
  • Matth 13: die zahlreichen Himmelreichs-Gleichnisse laufen alle darauf hinaus, dass die „Herrschaft“ Christi in einem verborgenen Sinn innerhalb der Glaubenden (dem „Reich“, bzw. faktisch in der christlichen Kirche / Gemeinde) verwirklicht wird, bis zur „Vollendung des Zeitalters“ (Matth 13,39). Erst dann, wenn das Reich Christi auch äußerlich „kommt“, wird es u.a. reale politische Auwirkungen haben. An keiner Stelle wird den Nachfolgern befohlen, dieses „Kommen“ selber zu bewerkstelligen, oder gar durch pol. Revolution zu beschleunigen …
  • Matth 16,19: (Anm.: die „Schlüssel des Reiches“, die hier Petrus gegeben wurden, meinen ebenfalls keine pol. Administration, sondern eine Verwaltung innerhalb der Christusnachfolger, der Kirche als solche, oder dem Reich Gottes); von einem pol. Papsttum ist weder hier noch an anderer Stelle die Rede.
  • Matth 18,3
  • Matth 19,23.24
  • Matth 20,21.22: Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt zu ihm: Sprich, dass diese meine zwei Söhne einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen sollen in deinem Reich. (Anm.: also die Ministerposten in einem pol. Reich) 22 Jesus aber antwortete und sprach: Ihr wisst nicht, was ihr erbittet. (…). 23 (…) das Sitzen zu meiner Rechten und zur Linken, das steht nicht bei mir zu vergeben, sondern ist für die, denen es von meinem Vater bereitet ist. (Anm.: also auch hier in einem noch zukünftigen Sinn).
  • Matth 25,34: Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an (Anm.: auch hier: erst im eschatologischen Sinn, nach der Wiederkunft Christi, wird das Reich pol. Wirklichkeit).
  • Matth 26,29:  Ich sage euch aber: Ich werde von jetzt an nicht von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, wenn ich es neu mit euch trinke in dem Reich meines Vaters. (Anm.: ein bis heute noch nicht realisierter Zustand; abhängig wie zuvor, vpn der Wiederkunft Christi).
  • Joh 18,36: siehe unter „König“
  • Apg 1,6-8a: Sie nun, als sie zusammengekommen waren, fragten ihn und sagten: Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt hat. 8 Aber ihr werdet Kraft empfangen … (Anm.: Es gibt keinen bekannten Zeitpunkt, wann das Reich Gottes, bzw. die „Wiederherstellung Israels“  kommt. Aber im Gegensatz zu der Frage des „wann“, werden seine Nachfolger / Apostel von Jesus autorisiert „Zeugen“ (Vers 8 ff) zu sein, d.h. das Evangelium zu sagen; nicht jedoch sich politisch zu gebärden).
  • Apg 14,22: befestigten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen (Anm.: auch hier wird das Reich Gottes als in der Zukunft liegend adressiert).
  • Römer 14,17: Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. (Anm.: wenn es schon nicht mal in „Essen und Trinken“ besteht, wie viel weniger im Krieg führen …)
  • 1Kor 15,24 dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht.(Anm.: das Reich wird auch in dem Kapitel über die Auferstehung als zukünftig betrachtet: erst wenn die Gläubigen leiblich auferstehen, wird das Reich Gottes mit Macht hereinberechen und alle „Gewalt und Macht“ beiseite setzen); vgl. auch 1Kor 6,9.10 wo ebenfalls ein zukünftiges Reich Gottes im 1Kor gelehrt wird.
  • Gal 5,21 und Eph 5,5: (Anm.: Ausschluß vom zukünftigen Reich Gottes für Bekenner die unethisch leben; keine pol. Aussage)
  • 2Tim 4,1: (Anm.: das Reich Gottes wird mit dem Endegericht und der Erscheinung (Jesu) zusammenfallen, d.h. ist auch hier zukünftig; vgl. Vers 18).
  • Hebr 12,28: (Anm.: „wir“ werden (in der Zukunft) ein unerschütterliches Reich empfangen; vgl. Hebr 13,34: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“).
  • Jakobus 2,5: (Anm.: das Reich wird geerbt (von den weltlich Armen); ist also noch zukünftig).
  • 2Petr 1,11: (Anm.: hier ist die Rede von dem „ewigen Reich“ in das noch eingegangen werden wird (Zukunft)).
  • Offb: alle Verweise auf das Reich sind hier ebenfalls als noch zukünftig zu sehen

König

  • Joh 18,33-37: Pilatus ging nun wieder in das Prätorium hinein und rief Jesus und sprach zu ihm: Bist du der König der Juden? 34 Jesus antwortete: Sagst du dies von dir selbst aus, oder haben dir andere von mir gesagt? 35 Pilatus antwortete: Bin ich etwa ein Jude? Deine Nation und die Hohenpriester haben dich mir überliefert; was hast du getan? 36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht überliefert würde; jetzt aber ist mein Reich nicht von hier.37 Da sprach Pilatus zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.
    (Anm.: auch hier wird völlig klar, dass das Reich über das Jesus König ist, „nicht von dieser Welt“ ist; d.h. jetzt noch verborgen, bzw. noch zukünftig ist).

2) Emmanuel Carrère (* 9. Dezember 1957 in Paris, Frankreich) ist ein französischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmproduzent. Das o.g. Werk lautet: 2014: Le Royaume. P.O.L., Paris, ISBN 978-2-8180-2118-7. 2016: deutsch von Claudia Hamm: Das Reich Gottes. Matthes & Seitz, Berlin, ISBN 978-3-95757-226-4.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Carr%C3%A8re

3) Erinnert irgendwie an den großartigen Komplott eines anderen „US-amerikanischer Thriller-Autor“ Namens Dan Brown („Sakrileg“); wobei die Nationalität nichts zur Sache tut: Hauptsache Schriftsteller!

 

 

 

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