Bundesamt fordert Abschiebung konvertierter Iranerin

Durch einen FB-Freund erfuhr ich heute von diesem Artikel in der MOZ über eine unsägliche Entscheidung des BAMF:

Auf zwölf eng bedruckten Seiten führt das Eisenhüttenstädter Büro des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) aus, dass die 34 Jahre alte Farnaz nur so tue als habe sie sich dem Christentum zugewandt. „Beweggründe für diesen Schritt wurden nicht überzeugend dargetan“, heißt es in dem Bescheid der Behörde vom vergangenen Sommer. Die Antragstellerin verdiene keinerlei Schutz in Deutschland und möge innerhalb der nächsten 30 Tage ausreisen (…).

Man muss Dagmar Apel (Migrationsbeauftragte bei der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg) zustimmen, wenn sie vermutet: „Der Verfasser des Bescheids hat keine Ahnung von Religion.“

Farnaz habe im Asylverfahren nicht darlegen können, welche konkrete Gefahr ihr nach der Entlassung gedroht habe. Vielmehr passe sie „in das gängige Bild der iranischen Asylsuchenden“, so das Bamf: Jung, ledig und mit Uni-Abschluss, aber ohne Perspektive im von Inflation und Sanktionen gebeutelten Land. (…)

„Es fehlt die hinreichende Darlegung der näheren Umstände ihrer behaupteten inneren Wandlung.“ Die Entscheider glauben nicht, „eine ernsthaft gläubige Christin“ vor sich zu haben. Taufen habe sie sich nur deshalb lassen, weil sie wusste, dass das ihre Asyl-Chancen verbessere. Wegen ihres „rein formalen Glaubensübertritts“ müsse sie nach der Abschiebung auch keine Verfolgungsmaßnahmen befürchten, ist das Bamf überzeugt.

Da werden Millonen ausgegeben, um asylsuchende Menschen zu integrieren. Und die welche sich integrieren (sie ist sogar in einer Beziehung zu eine Deutschen) werden trotz vorhersehbarer Gefahr für Leib und Leben abgeschoben. Warum ist man bei dem Terrorist aus Tunesien nicht auch so konsequent gewesen? Immerhin war der mehrfach straffällig und aktenkundiger Selbstmordattentäter.
Der gleiche FB-Freund schrieb gestern in FB über einen weiteren unverständlichen Fall der Bundesverwaltung in unserem Land:
Gestern 4.1.17 erhielt Fahad Hussein Osman, 22 Jahre, Somali, einen Brief mit Datum 21.12.16, dass er am 10.01.17 nach Italien abgeschoben werden soll! Fahad hat im Oktober 2016 eine Somali geheiratet. Sie wird in 1 Woche von Wiesbaden nach dem jetzigen Wohnort ihres Mannes, nach Siegbach im Lahn-Dill-Kreis verlegt. Sie ist seit 5 Monaten in Deutschland. Fahad ist hier im örtlichen Fußballverein integriert. Wenn seine Frau hier eintrifft, wird er schon in Italien in der Kälte auf der Straße liegen! Wer will diese unmenschliche Abschiebung verhindern? Bitte hier für gemeinsame Aktionen melden!
  • Quelle mit Volltext in der Märkischen-Online-Zeitung: http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1542302
  • Foto: Laut Bundesamt keine ernsthaft gläubige Christin: Farnaz mit der Bibel in der Hand in den Räumen der Frankfurter Baptisten-Gemeinde. © MOZ
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