Die Hauptsache muss Hauptsache bleiben …

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Egal wie man zu den vielen offenen Fragen bzgl. ‚Corona‘ steht (und da kann man auf der Sachebene viele kritische (An-) Fragen haben),

  • „die Hauptsache muss sein, dass die Hauptsache, die Hauptsache bleibt“ …

Und die Hauptsache ist für Christen, dass in den Gemeinden und in der Predigt Christus im Mittelpunkt bleibt – und das dieses Zentrum nicht dem für und wider bzgl. Corona zugesprochen wird …

Das aus freikirchlicher Feder stammende Dokument „Jesus im Mittelpunkt behalten – trotz Corona“ verfolgt genau diese Zielsetzung, die Grundlagen des christlichen Glaubens zu betonen. Wohltuend ist dabei, dass dieses Positionspapier „nicht GEGEN irgendwelche Personen oder Auffassungen“ gerichtet ist, „sondern grundlegende Aussagen des Wortes Gottes POSITIV“ formuliert.

Es ist dem Herausgeberkreis zuzustimmen:

„alles beschriebene Papier wird nicht helfen, wenn Gottes Geist nicht auf allen Seiten Verständnis, Einsicht, Demut und Liebe schenkt …“.


09.11.2020

Jesus im Mittelpunkt behalten – trotz Corona

Mit großer Sorge beobachten wir die Entwicklung der letzten Monate in vielen christlichen Gemeinden:

Während die Gemeinde Jesu durch staatlich vorgeschriebene Veranstaltungseinschränkungen sowie große seelsorgerliche und gesellschaftliche Aufgaben in dieser Zeit besonders herausgefordert wird, kommt es durch die unterschiedliche Bewertung der medizinischen und politischen Hintergründe von Corona zu erheblichen Spannungen. Die Einheit seiner Nachfolger, die unserem Herrn so wertvoll ist, gerät in Gefahr, die Liebe droht im Streit zu erkalten und das Zeugnis der Gemeinde beginnt zu leiden.

Darum bitten wir alle Gläubigen eindringlich, sich neu bei unserem Herrn und Retter Jesus Christus und seinem Wort zu treffen, um wo irgend möglich weiteren geistlichen Schaden von der Gemeinde fernzuhalten. In diesem Zusammenhang möchten wir an grundlegende Aussagen des Wortes Gottes erinnern, denen in der momentanen Situation eine besondere Bedeutung zukommt.


  1. Gott hat die Welt und auch unser Leben fest in seiner Hand.
    Die Bibel lässt keinen Zweifel daran, dass nur Gott die Regierungen einsetzt und absetzt (Spr 21,1; Dan 2,21; Röm 13,1). Der Satan kann auf der Erde nur so weit Einfluss nehmen, wie Gott dies zulässt. Christen wissen, dass Gott nie eine Situation entgleitet und er am Ende den absoluten Sieg behält (Ps 118,16; 1Tim 6,15). Letztlich sterben Menschen nicht an einer Krankheit oder einem Unfall, sondern am Willen bzw. an der Zulassung Gottes. Diese Perspektive wollen wir als Christen auch während möglicher Corona-Sorgen einnehmen.
  2. Gott fordert seine Kinder auf, sich prinzipiell der jeweiligen Obrigkeit unterzuordnen (Röm 13,1+2; 1Petr 2,13-17).
    Gemeinde und Staat sind nach Auskunft der Bibel zwei getrennte Herrschaftsbereiche Gottes (vgl. 1Sam 13,8-14; Lk 20,25; Joh 18,36). Trotzdem gelten die staatlichen Ordnungen auch für den Christen und die Gemeinde. Älteste und andere gemeindliche Verantwortungsträger sollten in ihrem von Gott erhaltenen Amt keine Parteipolitik betreiben; auch Jesus und die Apostel verzichteten darauf. Die Politik hat keine Autorität bei der Auslegung der Bibel oder in den geistlichen und ethischen Bereichen des Gemeindelebens. In den äußeren Aspekten (Bau, Arbeitsrecht, Sicherheit, Finanzrecht, Strafrecht usw.) müssen sich allerdings auch Gemeinden staatlichen Regeln beugen.
  3. Die alleinige Grenze für den Gehorsam gegenüber der Regierung ist der direkte Konflikt mit einer klaren Forderung des Wortes Gottes.
    Christen sind grundsätzlich loyale Staatsbürger. Aber der Gläubige „muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 4,19; 5,29). Wenn es einen direkten Konflikt zwischen einem biblischen Gebot und der Forderung des Staates gibt, haben Gottes Regeln Vorrang. Ethisch falsche oder zweifelhafte Gesetze des Staates, die dem Christen aber die Möglichkeit lassen, richtig zu handeln, müssen nicht bekämpft werden (z.B. Scheidungsgesetze, Ehe für alle etc.).
    Beim Widerstand gegen den Staat geht es primär um unveräußerliche Glaubensinhalte. Es geht nicht um untergeordnete Fragen oder persönliche Nachteile wie z.B. überhöhte Steuern etc. Im Konfliktfall muss der Christ dann auch bereit sein, die staatlich vorgesehene Strafe zu tragen (Dan 3; 1Petr 3,14). Zeitlich begrenzte Verordnungen zu äußeren Bedingungen und Formen der Gemeindeveranstaltungen (z.B. Maske, Abstand, Teilnehmerzahlen) verstoßen nicht grundsätzlich gegen biblische Gebote.
  4. Da die Lage unübersichtlich ist, sollten wir eine Haltung der Demut und Korrekturbereitschaft an den Tag legen.
    Christen verfügen in konkreten Sachfragen nicht über mehr Wissen als die dafür zuständigen Fachleute. Juristische Corona-Fragen müssen letztlich von der Regierung und der Opposition bzw. von den zuständigen Gerichten geklärt werden. Wissenschaftliche Fragen um Corona müssen in dem langwierigen Prozess seriöser Forschung erschlossen werden. Weil Mediziner und Politiker in dieser Hinsicht keine besondere biblische Autorität für ihre jeweiligen Positionen in Anspruch nehmen können, dürfen Christen entscheiden, wem sie Vertrauen schenken – missionarischer Eifer ist hier unangebracht (Spr 17,27). In jedem Fall muss die Sprache, derer Christen sich in öffentlichen Debatten bedienen, dem Gebot und Vorbild unseres Herrn und seiner Apostel entsprechen.
  5. Reguläre Beschwerden gegen eine staatliche Entscheidung vor Gericht sind in einer Demokratie möglich.
    Christen können gegebenenfalls die in ihrem Staat zugesprochenen Rechte auf dem dafür vorgesehenen Weg einfordern (Apg 16,35-40; 25,10-12). In welchen Fällen ein solcher Weg geboten ist, muss sehr sorgfältig abgewogen werden. In Deutschland geschieht das in erster Linie über die zuständigen Gerichte. Bis deren Urteil vorliegt, gilt die Entscheidung der Regierung. Kommen die Gerichte zu einem nicht erwünschten Ergebnis, ist das als Wille der Obrigkeit von den Christen zu akzeptieren.
  6. Das Miteinander der Geschwister in der Gemeinde soll immer von Liebe und Anteilnahme gekennzeichnet sein (Joh 13,35).
    Gerade bei Sachverhalten, die nicht von der Bibel festgeschrieben sind, müssen Gläubige auf das Wohl ihrer Mitchristen bedacht sein. Die möglicherweise aufgrund größerer Einsicht erlangte Freiheit darf nicht egoistisch gegen andere Geschwister ausgelebt oder durchgesetzt werden (1Kor 8,9-11; Gal 5,13). Der Herr lehrt uns, aus Liebe und Rücksicht die eigenen Interessen zurückzustellen (Phil 2). Auch in der Corona-Zeit gilt es, ganz besonders den ängstlichen oder unter stärkerem Risiko leidenden Geschwistern entgegenzukommen sowie denen beizustehen, die in dieser schwierigen Zeit an Leib, Seele und Geist leiden.
  7. Auch während der Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie sollten geistliche Ziele und keine politischen oder medizinischen Diskussionen deutlich erkennbar im Mittelpunkt des Gemeindelebens stehen.
    Konkret gehören dazu das Gebet für die Regierung, die Stützung der Schwachen und die Verkündigung der biblischen Hoffnung an alle durch die Krise verunsicherten Menschen (Mk 16,15; 1Kor 9,19-27; 1Tim 2,1-4; vgl. Lk 6,45).

Geliebte Brüder und Schwestern, vor seinem Weg ans Kreuz betete unser Herr um die Einheit seiner Nachfolger (Joh 17). Was immer unsere persönliche Einschätzung zur aktuellen Lage sein mag – wir dürfen es nicht zulassen, dass der Feind Gottes über dieser Thematik unsere Einheit zerstört. Wir rufen daher alle Kinder Gottes auf:

Lasst uns einstimmen in das Gebet unseres Herrn! Lasst uns beten, dass weder unser Zeugnis nach außen noch unsere Kraft nach innen weiter geschwächt werden! Es steht zu viel auf dem Spiel.

Diese Ausführungen erheben natürlich nicht den Anspruch einer umfassenden und vollständigen Abhandlung der Thematik. Sie sollen vielmehr ein biblischer Leitfaden sein und als Argumentationshilfe dienen. Dieser Text kann in unveränderter Form gerne schriftlich und digital verbreitet werden.

Welche Personen als Erstunterzeichner hinter diesem Aufruf stehen kann in der anliegenden pdf nachvollzogen werden.