#notinmyname …

Kürzlich stieß ich im Münchner Merkur auf Seite 1 auf einen kurzen Verweis, dass da eine „evangelikale Pastorin“ diese Show zu Gunsten des amtierenden US-Präsidenten abgezogen hat …

https://youtu.be/I4daeEacIVI

Um es klarzustellen: sie ist nach meiner Auffassung keine „evangelikale Pastorin“, sondern eine falsche Lehrerin. Selbst die meisten Pfingstler (zu denen sie wohl auch gezählt wird) würden – hierzulande – diesen Unsinn ablehnen …

Wer von ’normalen‘ Muslimen verlangt, das sie sich von Islamisten distanzieren, sollte als ‚evangelikaler Christ‘ kein Problem haben sich hier zu distanzieren:

  • nicht in meinem Namen (und dem vieler ’normaler‘ Evangelikaler) …

Das ich nochmal die taz wohlwollend zitieren würde …


Als Paula White am Mittwochabend aufs Podium trat, um für Trumps Wiederwahl zu beten, konnte sie den Verlauf der nächsten Stunden nicht ahnen: Innerhalb kürzester Zeit sollte ihr Gottesdienst sie zur weltweiten Spottfigur und Steilvorlage von Memes machen.

https://taz.de/Trump-Beraterin-Paula-White/!5726648/

Das millionenfach geteilte Video zeigt die Fernsehpredigerin und spirituelle Beraterin des US-Präsidenten in der Kirche City of Destiny in Apopka, Florida, im ekstatischen Gebet. Mit vollem Körpereinsatz spricht White von Wahlbetrug, Fehlberechnungen und Versuchen, die Wahl zu stehlen. „Ich höre den Klang des Sieges“ und „Der Herr sagt, es ist getan“, wiederholt sie immer wieder, ruft Engel herbei und verfällt dabei auch in Zungenrede.

https://taz.de/Trump-Beraterin-Paula-White/!5726648/
  • Zwischenzeitlich erinnert ihr Gestammel an den Meme zu „Herr der Ringe“: „They’re taking the Hobbits to Isengard“ …

Dieser Auftritt – als auch die bedauernswerte, enge Verbindung von falschen und echten Evangelikalen – mit der vergangenen US-Administration, zeigt einmal mehr, dass eine einseitige Parteinahme und unheilige Allianzen von Christen zu Gunsten einer Partei nicht die Aufgabe ist, die Gott der Kirche zugewiesen hat.

Dies fördert nicht ‚das Reich Gottes‘ sondern führt im Gegenteil nur zu gerechtfertigtem Spott, der über die Sache Christi ausgeschüttet wird und zerstört das ursprüngliche Anliegen der evangelikalen Bewegung.

Zum Verständnis wer die Evangelikalen ‚wirklich‘ sind, darum hier der link auf einen unserer ersten Artikel:

5 Gedanken zu „#notinmyname …

  1. Das Wort Prophet habe ich eigentlich nur aufgebracht, weil ich dachte, manche sogenannte Propheten könnten auch ziemlich enthusiastisch geredet haben. Aus dem Video habe ich eigentlich nicht eindeutig herausgehört, dass Frau White einen Wahlsieg Trumps vorausgesagt hätte. Weltliche Medien würden so ein Video von einer Person, die auch für den Präsidenten arbeitet, wahrscheinlich leicht so verstehen. Wenn sie von „Sieg“ redet in ihrem Gebet, wird das sich wahrscheinlich auf einen Wahlsieg beziehen. Tatsächlich können (ich denke nicht nur charismatische) Christen jederzeit um geistliche Siege beten und bekennen: „Gottes Sieg bleibt ewig ausgemacht!“

  2. Das sind eben amerikanische Verhältnisse. Es wirkt schon ziemlich unverfroren wie Trump sich weiterhin beharrlich weigert, den Stand der Dinge zu akzeptieren. Freilich ist das Wahlprozedere ja formal noch nicht zu Ende und in der Vergangenheit wurden auch schon Gerichte bemüht. Aber wenn jetzt so ein Gebetsvideo einer Predigerin aus Trumps Team auftaucht wirkt das schon ziemlich komisch. Ehrlich gesagt, habe ich erst hier erfahren, Trump eine Art ‚Hofpredigerin‘ unterhält. Wie wäre es wohl wenn bei uns jede Partei ihre Prediger hätte, die zu Wahlzeiten öffentlich beten? Bei uns wäre das ein Verstoß gegen die Trennung von Kirche und Staat. – Oder wenn Fußballmannschaften öffentlich für ihre Spiele beten würden? Aber vielleicht wäre es ja auch wünschenswert, dass bei uns überhaupt wieder noch mehr gebetet wird!

  3. Vielleicht ist es ja eher ihre politische Meinung als eine Prophetie. Aber ich habe an eine Geschichte gedacht. Zidkia machte sich eiserne Hörner, um dem König Ahab einen militärischen Sieg vorauszusagen. Vielleicht hat er sich dabei auch ziemlich enthusiastisch gebärdet. (vgl. 2. Chronik 18,10. ) Vierhundert andere ‚Propheten‘ am Hof Ahabs haben so ähnlich geredet. Im Sport würde man vielleicht von Cheerleadern reden, die ihre Kämpfer ermutigen und anspornen möchten: Du schaffst es.

    Beim zweiten Anschauen des Videos habe ich mich gefragt, ob die weltlichen Medien alles richtig verstanden haben. Vielleicht wollte sie ja nur ein ermutigendes Gebet vortragen.

    Es scheint, dass viele Christen in den USA ihre Wahlentscheidung in erster Linie an der Haltung eines Politikers zu Abtreibung oder auch Homo Ehe festmachen Viele glauben vielleicht deswegen, ein nein zu Trump sei ein nein zu Gott (wie Frau White in dem Video auch sagt.)

    Das Gebet von Frau White ist eher eine Proklamation ihres eigenen Glaubens, als eine für ein breites Publikum wohlabgewogene Stellungnahme eines Politikers.

    Aber in unserer Wahrnehmung ist Donald Trump ja auch nicht gerade für wohlabgewogene Stellungnahmen bekannt.

    Bei uns gibt es einen ständigen Vertreter der evangelischen Allianz im Bundestag. Trump hat Frau White eingestellt, um Evangelikalen in irgendeiner Form mehr Stimme im Weißen Haus zu verleihen. Ob sich alle Evangelikalen durch Frau White im Weißen Haus vertreten fühlen ist eine andere Frage.

  4. Das Video lässt mich auch an alttestamentliche Königshöfe denken, wo es oft ‚Propheten‘ gab, die den Herrschenden nach dem Mund redeten und ihnen Glück und Erfolg versprachen.

    1. Ja und wenn es bei dem ausgerufenen Ergebnis bleibt, ist es auch schon als eine Falschprophetie entlarvt. Ob Paula White die AT-Stellen kennt, die sagen,was mit falschen Propheten geschieht …?

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