Anbetung im Zentrum – und: eine bibl. Sicht auf Verfolgung

Anbetung und Christenverfolgung waren die beiden Themen, über die A. Kreuter und W. Häde auf dem diesjährigen „Münchener Gemeindetag“ [1] vor ca. 240 Zuhörern sprachen.

Am 22.-24.10.2021 fand der 28. Münchner Gemeindetag am Starnberger See bei WdL [2] statt. Etwa 240 Teenies, (junge) Erwachsene und Familien freuten sich mit gut 50 Kids (nach einem coronabedingten Totalausfall im Sommer 2020) über einen großartigen Herbsttag mit Blick auf die Alpenkette.

Schon am Freitagabend trafen sich ca. 160 Teenies und Jugendliche bei einer Veranstaltung von „Munity[3] um in einem Anbetungsabend gemeinsam Gott zu loben, Waffeln zu essen und am Lagerfeuer zu philosophieren.

Mutig komm ich vor den Thron, Freigesprochen durch den Sohn
Dein Blut macht mich rein, Du nennst mich ganz Dein, in Deinen Armen darf ich sein.

Am Samstagmorgen ging es (nach erfolgtem Corona-Check) für alt und jung ab 09:45 Uhr durch ein straffes Tagesprogramm:

  • Die +50 Kids bis 12 Jahren wurden, wie schon in den letzten Jahren, von der KEB-München super betreut!

A. Kreuter (Gemeindeleiter aus Heidelberg) referierte über „Anbetung im Zentrum“

    1. Was ist Anbetung – was ist es nicht?
    2. Anbetung und Musik
    3. Anbetung und Gefühl

Andreas stellte aus der Schrift eine gute Definition von Anbetung vor und verstand es auch, die oft emotionale Diskussion zu Anbetung und Musik bzw. Anbetung und Gefühl wohlbegründet vorzutragen, so das alt und jung gleichermaßen Stoff zum Nachdenken hatten.

Zusammenfassung

    • Wir sind zur Anbetung geschaffen und bestimmt!
    • Anbeten heißt sich vor Gott niederwerfen, heißt Gott groß machen, heißt ihn ins Zentrum stellen.
    • Voraussetzung für Anbetung ist Gott zu kennen – seine Eigenschaften, sein Wesen, sein Handeln
    • Anbetung ist nicht alleine freudige Verehrung mit Musik und Liedern, sondern gehört in jede Lebenssituation, auch in die schweren!
    • Anbetung ist nicht nur etwas für 1 Stunde pro Woche in der Gemeinde, sondern soll unser tägliches Leben prägen.

In einer Mentimeter-Umfrage während des Vortrags machten 111 Teilnehmer mit Ihrem Handy zu der Frage, „Wofür möchtest Du Gott anbeten?“ folgende „Sprachwolke“ sichtbar – im Zentrum stehen Gottes Liebe, Gnade und Treue!

W. Häde (Missionar aus der Türkei, HMK) konnte aus eigener Erfahrung an das Thema Anbetung anknüpfen: „Zur Ehre Gottes – eine biblische Sicht auf Christenverfolgung“

  • Wolfgang Häde war der Schwager von Necati Aydin [4], einem der 3 Märtyrer von Malatya (2007)

Den 18. April 2007 werde ich wohl nie vergessen. Mein Schwager Necati Aydin, der deutsche Christ Tilmann Geske sowie Ugur Yüksel werden in ihrem Büro in der türkischen Stadt Malatya von fünf jungen Männern überfallen, brutal gefoltert und schließlich ermordet. Der ausdrückliche Grund: sie sind Christen, die ihren Glauben in der Türkei offen teilen. Später geben die Täter zu Protokoll, dass sie an diesem Tag auch mich hatten töten wollen …

Ungeplanter Weise, sprach auch Semse Aydin (Türkei, USA, Necatis Frau) und gab am späten Nachmittag ihr beeindruckendes Zeugnis über ihre Erfahrungen vor und nach der Ermordung ihres Ehemanns und 2 weiterer Brüder in Malatya; wie Gott sie trotz dieser Erfahrung bei sich gehalten hatte.

In der Leichenhalle (…), als ich Necati zurückhaben wollte, zeigte mir der Herr, ‚Du willst diese Ehre, die ich deinem Mann jetzt gegeben habe, quasi zurücknehmen, nur für dein ‚kleines Glück‘, was Du hast.‘ – Und dann habe ich gesagt, ‚OK Herr, ich lege Necati auf deinen Altar und bin bereit auf mein ‚kleines Glück‘ zu verzichten‘.

Ich habe mich entschieden, auf die himmlischen Werte zu schauen und nicht auf die irdischen Werte. Und gerade, als ich meinen Mann da tot vor mir liegen sah, habe ich wahrgenommen, dass der Tod uns nicht kaputt machen kann, sondern dass auch im Tod Jesus da ist.

Mir war bewusst, was Jesus gesagt hatte: ‚Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib zu verderben vermag in der Hölle!‘

(min. 34:50 bis 36:40 im Zeugnis)

Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam. (Johannes 14,27)

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Link zu den Präsentationen (pdf) von A. Kreuter und W. Häde

Link zu den fünf Vorträgen auf mp3:

Link zu dem zweiten Buch von W. Häde: Das Lamm und die Schafe


[1] Knapp 10 freikirchliche Gemeinden im Großraum München treffen sich seit dem 23.10.1993 jährlich an verschiedenen Orten, um eine gemeinsame Ausrichtung aus der Schrift zu erhalten; vgl. der Bericht von 2018: https://brink4u.com/2018/07/21/unser-groesstes-problem/

[2] https://wdl.de/startseite/

[3] Munity ist die übergemeindliche Jugendarbeit der veranstaltenden Gemeinden: https://www.instagram.com/munity.original/?hl=de

[4] https://www.amazon.de/Mein-Schwager-M%C3%A4rtyrer-Geschichte-t%C3%BCrkischen/dp/3937896813