Alexander Strauch:
„Die Revolution der Geschlechter – Mann und Frau in der Bibel“

(Bielefeld, CLV) Pb., 160 S., 7,50 €

Wieder hat A. Strauch einen Volltreffer gelandet … – Durch „Biblische Ältestenschaft“, dessen Auswirkungen bis heute im Land zu merken sind und dem kürzlich erschienenen Gegenstück, „Der neutestamentliche Diener“, ist Strauch in fast allen freikirchlichen Kreisen ins Gespräch gekommen.

Mit dem hier vorgestellten Sachbuch hat der Verfasser einen sehr hilfreichen Beitrag zu einer der gravierendsten Veränderungen in den letzten vierzig Jahren vorgelegt: der Revolution der Geschlechter. Mit den Worten des Historikers William Manchester ist „die Ausradierung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern … nicht nur das Aufsehen erregendste Thema unserer Zeit, es könnte das tiefgreifendste überhaupt sein, mit dem die Menschheit je konfrontiert wurde“.

Auch unter „bibelgläubigen Christen“ findet (von uns vielleicht noch unbemerkt?) die Debatte über die „biblischen Rollen“ von „Mann & … (pardon!) Frau & Mann“ angespannt und emotionsgeladen statt. Auf der einen Seite stehen die „evangelikal-feministischen Gleichsteller“ von Mann & Frau, und auf der anderen Seite die Vertreter der „konservativen, komplementären Haltung“.

In übersichtlicher Weise präsentiert Strauch die entscheidenden Bibelstellen und Begriffe. Als Vertreter der biblischen, komplementären (= sich ergänzenden) Sichtweise der Geschlechter, behandelt er den theologischen Gegner fair und sachlich. Beginnend mit der Haltung des Herrn zur Schöpfungsgeschichte und zur (Leitungs-) Struktur der von Ihm begründeten Kirche, sichtet der Autor sämtliche Bibelstelle in denen die Apostel sich zur Ehe äußern. Er stellt heraus, das sowohl Jesus als auch die Apostel die Gleichwertigkeit, aber auch die Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen lehrten. Die Schlussfolgerung für den Leitungs- und Predigtdienst werden klar benannt. Wie schon zur Ehe, wird auch zur Frage der Gemeindepraxis jede (!) relevante Bibelstelle ausführlich besprochen.

Alle entscheidenden Bibeltexte sind übrigens im Buch selbst abgedruckt! Ein Fragenteil am Ende jedes der 6 Kapitel, sowie ein Stichwort- und Fußnotenverzeichnis runden das Buch ab.

Dieses Buch gehört in die Hand jedes erwachsenen Gläubigen, lässt sich doch mit Sicherheit prognostizieren, dass in den nächsten Jahren die Frage der Zuordnung der Geschlechter unsere Gemeinden aufs heftigste beschäftigen wird. Anders gesagt: Die gegenwärtige, teilweise orientierungslose Diskussion in frommen, evangelikalen Kreisen ist das Ergebnis unserer bloßen Zuschauerrolle in der vor 30-40 Jahren geführten Feminismusdebatte.

Wenn wir als „bibeltreue Christen“ nicht aufwachen und unsere Standpunkte von der Bibel her erarbeiten, werden wir in 10-20 Jahren in der Frage der „gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ genauso sprachlos dem Zeitgeist gegenüber stehen, wie wir es heute in der „Rollenfrage“ tun! Dann wird es uns nichts nützen, dass wir heute müde auf unsere Bibeltreue verwiesen haben, bzw. darauf, dass „das“ doch „bei uns“ kein Thema sei …

Uwe Brinkmann
München, im Juli 2001