Fortbildung a la Dallas …

Bildschirmschuß: https://www.dts.edu/

Ein Freund hat heute auf diese Seite im bekannten Dallas Theological Seminary (DTS) verwiesen: https://courses.dts.edu/; dort finden sich kostenlose Online-Bibel-Kurse; die aktuellen Kursangebote:

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Christianity Today und das Ende von 2019 …

https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump#/media/Datei:Donald_Trump_swearing_in_ceremony.jpg
20.01.2017, von The White House – Official White House Facebook page, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55185771

Bevor in Rente ging, verabschiedete sich Mark Galli, der bisherige Chefredakteur von Christianity Today (CT), am 19.12.2019, mit einem Paukenschlag:

Christianity Today

… löste derartig heftige Reaktionen aus, dass Timothy Dalrymple, der Präsident und CEO von CT sich am 22.12.2019 genötigt sah, seinen Chefredakteur zu verteidigen:


Alle große Presseorgane im Land berichteten einen Tag nach Gallis Artikel (am 20.12.2019) über den ‚überraschenden‘ Leitartikel des evangelikalen Leitmediums (ich habe CNN, USA Today, New York Post, The Washington Post und das Time Magazin vorliegen): denn Evangelikale gelten in den USA im Allgemeinen als loyale Republikaner; insbesondere des ggw. Präsidenten D. Trump.

  • Hauptgrund der Unterstützung von Trump durch Evangelikale in den USA lag / liegt in seiner Haltung zur Abtreibung (er nahm kürzlich als erster US-Präsident an der ‚pro-life-rallye‘ teil), und seiner Unterstützung von Israel begründet.
  • Dies ist für bundesdeutsche Ohren vielleicht befremdlich; jedoch umso weniger, je mehr man sich mit der damaligen ‚Alternative‘ (Hillary Clinton) beschäftigt hat, die aus ihrer Unterstützung von ‚Planned Parenthood‘ keinen Hehl machte …

Knapp 180 evangelikale Leiter beschwerten sich jedenfalls schriftlich beim Präsidenten von Christianity Today, weil sie falsch dargestellt worden seien. Sie seien keine ‚rechtsextremen Eiferer‘, vielmehr …

… sind wir bibelgläubige Christen und patriotische Amerikaner, die einfach dankbar sind, dass unser Präsident unseren Rat eingeholt hat, da seine Regierung eine Politik verfolgt, die das ungeborene Leben schützt, die Religionsfreiheit fördert … und sicherstellt, dass unsere Außenpolitik mit unseren Werten übereinstimmt und gleichzeitig unsere Welt, auch durch unsere Unterstützung des Staates Israel, sicherer macht.

(Mark Moore, “Evangelicals crucify Christianity Today president over scathing Trump edito19)rial”, in: New York Post, 23.12.2020)

Die Brisanz lag zudem darin, dass der Artikel von Galli nur 1 Tag nachdem das US-Repräsentantenhaus zwei Anträge zum Amtsenthebungsverfahren von Präsident Trump durchgewunken hatte, erschien.

Dabei hatte Galli in seinem ‚Pro-Amtsenthebungsverfahren-Artikel‘ nicht ein politisches sondern vor allem ein geistliches bzw. moralisches Anliegen verfolgt:

„Zu den vielen Evangelikalen, die Mr. Trump trotz seiner eingetrübten moralischen Bilanz weiterhin unterstützen, möchten wir Folgendes sagen: Vergessen Sie nicht, wer Sie sind und wem Sie dienen. Überlegen Sie, wie Ihre Rechtfertigung von Mr. Trump Ihr Zeugnis für Ihren Herrn und Retter beeinflusst“

Und weiter: „Überlegen Sie, was eine ungläubige Welt sagen wird, wenn Sie weiterhin Mr. Trumps unmoralische Worte und sein Verhalten in der Sache der politischen Zweckmäßigkeit abstreichen. Wenn wir jetzt nicht den Kurs wechseln, wird dann irgendjemand irgendetwas, was wir über Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit sagen, für die nächsten Jahrzehnte irgendwie ernstnehmen? Können wir geradeheraus sagen, dass Abtreibung ein großes Übel ist, das nicht toleriert werden kann, und mit derselben geraden Klarheit beanspruchen, dass der gebeugte und gebrochene Charakter des Führers unserer Nation am Ende nicht wirklich von Bedeutung ist?

(Mark Galli: Trump Should Be Removed from Office, https://www.christianitytoday.com/ct/2019/december-web-only/trump-evangelicals-editorial-christianity-today-president.html)

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Die Evangelikalen – eine bemerkenswerte Rezension

14./16.02.2020, Nachtrag:
Am 10.02.2020 hat Jürgen Mette, der Verfasser von „Die Evangelikalen“, durch Vermittlung von Dr. Markus Till sich per Mail an mich (bzw. biblipedia) gewandt und unsere Kommentierung der Rezension von Dr. Thomas Schirrmacher (in Teilen zu Recht) zu kritisieren.

Aus dem sich anschließenden Schriftverkehr heraus, habe ich einige Aussagen in dieser Kommentierung überarbeitet, ergänzt, bzw. gelöscht. Nach dem Dialog sehe ich stärker als zuvor, dass Mettes Buch nicht nur eine theologische Bewertung der Evangelikalen darstellt (die mir zu flapsig ist – und bleibt …), sondern eben auch einen biografisch-subjektiven Erfahrungsbericht darstellt (dem ich auch menschliche Stärken abgewinnen kann).

Es sollte nicht sein, dass theologische Streitfragen auf persönlicher Ebene durchschlagen. Wo das geschehen ist, bitte ich Jürgen Mette um Entschuldigung! – Andererseits ist sein Buch und die Antwort von Thomas Schirrmacher und anderer Rezensenten zu Recht eine öffentliche Auseinandersetzung, die wohl auch notwendig bleibt …


25.01.2020, Kommentierung der Rezension von

Thomas Schirrmacher, ‚Theologischer ‚Streit‘ muss sein und gehört zur DNA der Evangelischen Allianz – oder: Warum ich Streitgespräche liebe. Ein offener Brief an Jürgen Mette zu seinem Buch „Die Evangelikalen“‘,

in: ‚Glauben und Denken heute‘ (Ausgabe 2/2019, Nr. 24/13. Jahrgang, Seite 8-24)

Kaum kam die neue Ausgabe von Glauben und Denkenheraus, da stellte Rod Nolte am 23.01.2020 in einem theologischen Forum in FB eine kurze Zusammenfassung aus Thomas Schirrmachers o.g. Kritik an dem Buch von Jürgen Mette. Die Evangelikalen. Weder einzig noch artig. Eine biografisch-theologische Innenansicht. 2019 Gerth Medien zusammen: wir geben eine überarbeitete Fassung mit freundlicher Genehmigung von Rod Nolte weiter (4 Seiten) – wer mehr Zeit hat, lese Schirrmachers Original (17 Seiten) … [1]

Schirrmacher legt eine bemerkenswerte Rezension zu Mettes Buch vor!


Schirrmachers Kritik ist in der Tat fundamental. Mette hat in den sozialen Medien angekündigt, erst dann zu antworten, wenn er sich mit seinem Kritiker getroffen hat: man darf hoffen, dass er die Argumente von Schirmmacher ernstnehmen und darauf eingehen wird. Zu stark sind die von Schirmmacher aufgezeigten logischen Widersprüche und Inkonsistenzen in Mettes Buch, als das sie unbeantwortet bleiben sollten.

Hier ein paar Schneisen in Kurzform … – und hier die pdf dazu.

Streitkultur oder Brückenbauen …?

  • Mette wirft den konservativen Evangelikalen einen „Hang zum Streiten“ vor und verfasst dann selbst eine „Streitschrift“ (anstatt, gem. seiner Zielsetzung ‚Brücken zu bauen‘) …
  • In den beiden Vorworten seines Buches wird Mette als „Brückenbauer“ bezeichnet – und im Interview mit Wolfgang Bühne bestätigt Mette dies als Selbstwahrnehmung: „Ich sehe meine Aufgabe im Brückenbauen zwischen den Lagern der Jesus-Leute“. Von Bühne hat er hingegen den Eindruck, er liebe die Fronten
  • In seinem eigenen Buch sieht man aber auch Abgrenzung auf Abgrenzung … – Kardinal John Henry Newman hingegen wird von Mette als „Brückenbauer“ erwähnt? Worin besteht nochmal sein Vorbild? (man erinnere sich: ehemalig führendes Mitglied der ‚Oxford-Bewegung‘, Ex-Anglikaner (dessen Bruder der evangelikalen Szene nahestand), ein Konvertit zum röm. Katholizismus, später Kardinal und seit dem Herbst 2019 auch ein off. ‚Heiliger)
  • Mette fordert Einigkeit, und sagt gleichzeitig: „Wer mich öffentlich als ’nicht mehr bibeltreu‘ bezeichnet, ist nicht mein Bruder / Schwester“ (ein vorschnelles Urteil); Mette findet, dass man ihn kritisiere, ohne ihn vorher zu einem Gespräch besucht zu haben, …
  • Es fehlt bei Mette eine klare Bibelarbeit, die darlegt, was falsches und was richtiges Streiten ist. Unklar bleibt, warum Mette scharf und angreifend formulieren darf und andere nicht. Immer sind „die anderen“ die Streithammel, nicht Mette oder Leute, die auf seiner Seite stehen.
  • Die christliche Theologie hat die „Disputation“ vor 1.500 Jahren in den Klöstern hervorgebracht (aus dem Judentum übernommen). Universitäten sind aus diesem Geiste entstanden. Die Errungenschaften der Moderne sind nicht durch ‚Schmusen‘ und Einheitsbeteuerungen, sondern durch organisierte Streitgespräche hervorgebracht worden.
  • Zum Protestantismus / zu den Evangelikalen gehört, dass jeder selber um die richtige Bibelinterpretation ringt. Schirrmacher hat z.B. am ökumenischen Dokument von 2011 „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ (CZmrW, Vatikan, Ökumenischem Rat der Kirchen, Weltweiter Evangelischer Allianz) mitgearbeitet, wofür er von anderen (Anm.: zu Recht …) auch deutlich kritisiert wurde.
  • Gruppen, die sich einer theol. Liberalisierung entgegenstellen, nennt Mette „Protestzirkel“. „Statt sich zu inspirieren / zu erneuern, werden immer neue Protestzirkel etabliert“ (Mette, S. 45). Daraus ergebe sich die gesellschaftliche Wirkungslosigkeit der Evangelikalen!
  • Es scheint, als gelte: „Bestehende Strukturen / Denkweisen sind zu erhalten“. Dabei war es ja Mette, der seine eigene Sichtweise „modernisiert“; sich also aus früheren Strukturen hinausbewegt hat. Warum ist er jetzt kein „böser Protestzirkler“?
  • Mette kritisiert, dass Worthaus-Predigten „kritisiert werden“, übergeht aber, dass die Worthaus-Prediger oft selbst sehr heftig austeilen, mit polemischem Ton gegenüber anderen Christen.

Evangelikale …

  • Mette kritisiert, dass unter Evangelikalen „geprüft werde, ob er im Glauben klar stehe“ (was ihn offensichtlich ärgert), er selber nennt aber ebenfalls listenweise Dinge, die man auf keinen Fall vertreten dürfe …
  • Mette sagt (S. 205): „Ich will mir immer wieder bewusst machen, dass ich von meinen schärfsten Kritikern sehr viel lernen kann“, aber im Buch findet sich kaum ein Beispiel, was er von den Kritikern gelernt hat.
  • Mette findet den Begriff „evangelikal“ derart überfrachtet, kontaminiert, theologisch entkernt, dass man ihn abschaffen solle. Schirrmacher hingegen behauptet: man schafft Begriffe nicht ab und ersetzt sie durch „Nichts“, sondern mit besseren Begriffen. Mette solle einen besseren Begriff vorschlagen …
  • Sicher kann man sich für manche ‚Evangelikale‘ nur schämen – aber das gibt es überall, wo es Menschen gibt. Laut Mette „kränkelt“ die evangelikale Szene jedoch schon von Anfang an, und müsse die „ursprüngliche Idee“ wiederherstellen. (welche “ursprüngliche Idee“ eigentlich? Die der realen evangelikalen Bewegung, die angeblich schon von Anfang an kränkelte, oder einem von progressiver Seite erträumte …?)

Sexualität

  • Laut Mette sei Homosexualität ein „Randthema“, das wir nicht zu einer Bekenntnisfrage machen sollten. Schirrmacher: „Da sind sich Freund und Feind ausnahmsweise mal einig, dass das (Homosexualität) kein Randthema ist. Das ist wirklich Deine (Mettes) ganz private Meinung, die sicher nichts zur Lösung beitragen wird.“
  • Mette übertreibt: Evangelikale befassen sich nicht „nur“ mit Homosexualität – über Islam und Christenverfolgung wird weit mehr publiziert, da gibt es Institute und Zeitschriften …
  • Mette wendet sich gegen „vereinfachende“ Lösungen, aber für das Thema Homosexualität hat er selber eine ultravereinfachende Lösung, indem er es zum „Randthema“ erklärt, das keine Bekenntnisfrage sein kann …
  • Diese Lösung habe laut Schirrmacher noch nirgends funktioniert. Sexualethik sei nun mal kein Randthema. Wenn Sexualität ein Randthema wäre: was ist mit sexuellem Missbrauch, soll das auch alles nur privat ausdiskutiert werden? Bei Abtreibung sagt Mette wiederum nicht, dass dies ein Randthema sei.
  • Wer entscheidet nun, was ein „Randthema“ ist: Mette hält seine eigene Position zu Homosexualität für die einzig gangbare und vertritt sie mit Nachdruck – warum ist ihm seine Position so wichtig, wenn es ein Randthema ist?

Schöpfungsforschung und Schriftverständnis

  • Die Frage nach Kreationismus bzw. Schöpfungsforschung löst Mette ganz einfach: Wer gelernt hat, die unterschiedlichen Literaturgattungen zu unterscheiden, der muss nie wieder über die Evolutionstheorie streiten … (S. 100). [Christen haben jedoch schon immer Literaturgattungen unterschieden, und ob Genesis 1 und 2 als „Poesie“ zu sehen ist, darüber entscheiden philologische Argumente, etc.]
  • Die Gegner von Mette seien einfach Fundamentalisten, die „einfache Menschen“ mit simplen Antworten bedienen, jedoch sind die Lösungsvorschläge von Mette ebenfalls simplizistisch.
  • Das Schriftverständnis von Mettes Gegnern werde „von Angst dominiert“. [Psychologisierung des Gegners.]. Schirrmacher weist hingegen die Vorwürfe von Mette gegen die Chicago-Erklärung als haltlos aus. Artikel XVIII sagt ja gerade, dass grammatisch-historische Exegese wichtig ist, und Artikel XIII sagt, dass literarische Kategorien wesentlich sind, etc.
  • Mette meint, er versuche die Bibel ganz ohne Vorverständnis zu lesen. Dazu Schirrmacher: keiner kann so einfach die Bibel lesen, wie sie sich selbst verstanden hat. Man muss zuerst erarbeiten, was ein Text damals gemeint hat, dann sich seiner eigenen Sprache, Kultur und Voreingenommenheit bewusstwerden. „Das ist auch kleines Einmaleins jeder bibeltreuen Theologie“.
  • Mette habe wohl einfach seine frühere „fromme“ hermeneutische Tradition mit einer anderen ausgetauscht. Schirrmacher: „Da kannst Du doch nicht einfach ‚fromm‘ erklären, Du seist quasi der Einzige, der nur schlicht die Bibel so verstehen wolle, sie sie sich selbst verstanden wissen will.“ …
  • Mette meint, seine Gegner sagen: „Man soll einfach das wörtlich nehmen, was da steht“ – Schirrmacher bittet, dass er ihm diesen Satz bitte von einem evangelikalen / bibeltreuen Theologen zeigen soll. Leider habe sich Mette nicht die Mühe gemacht, die Schriften seiner Gegner gründlich zu studieren. So schlage er ständig auf Strohmänner der Gegenseite ein.

Koran und liberale Theologie

  • Mette meint, es gäbe die islamische Sicht im Umgang mit dem Koran auch „in christlichen Ausprägungen“. Das sei, so Schirrmacher, schlicht falsch, das habe es weder in der Geschichte noch heute je gegeben. (S. 22 bei Schirrmacher).
  • Mette erweckt den Eindruck, die liberale Theologie habe uns nur ein wenig philologisch auf die Sprünge geholfen, aber übergeht komplett den glaubenszerstörenden Effekt (und die falschen philosophischen Grundlagen) der liberalen Theologie / der historisch-kritischen Bibelauslegung.
  • Mette preist die europäische Akkreditierung unter staatlicher Aufsicht seit der Einführung der Bologna-Kriterien wegen ihrer Wissenschaftlichkeit – Fakt ist aber, so Schirrmacher, dass sich die meisten theologischen Fakultäten an deutschen Universitäten gegen die Einführung der Bologna-Methoden wehren, weil sie deren Folgen als nicht förderlich ansehen …

Schirrmachers Rezension ist ausbaufähig …

  • Schirrmacher kommt bisweilen etwas hochnäsig rüber: hier der universelle Dr. mult., dort der lokale pietistische Theologe …
  • Er beschreibt fast ausschließlich formale Aspekte und bleibt auf der Meta-Ebene, indem er die „Streitkultur“ zwischen verschiedenen Meinungen sehr stark betont und lobt, ohne inhaltlich Grenzen zu ziehen, was denn nun evangelikal ist und was nicht mehr zur evangelischen Allianz gehören solle …
  • Inhaltlich hat er z.B. nichts zum Thema Homosexualität gesagt. Jede inhaltliche Festlegung würde natürlich von der Gegenseite sofort wieder als „zu eng“, „intolerant“ etc. diffamiert werden.
  • Diese ‚Offenheit‘ kann natürlich ein postmodern gesinnter Gegenüber sofort ausnutzen: ‚wir sind ja gerade für Pluralität; dann muss unsere Sicht von Homosexualität, liberaler Schriftauffassung, liberaler Sicht von Sex vor der Ehe, von der Wahrheit anderer Religionen, vom Sühneopfer, etc. auch voll akzeptiert werden, Hauptsache wir sind bereit, darüber zu diskutieren.‘ … – vgl. Thorsten Dietz in seiner Reaktion auf Schirrmachers Rezension in einem anderen Facebook-Thread …  [2]
  • Problem: Wenn man keine inhaltlichen Festlegungen mehr machen kann, weil man Angst haben muss, innerhalb der evangelikalen Bewegung als intolerant ausgegrenzt zu werden, dann haben die ‚konservativen Evangelikalen‘ schon verloren, weil damit die Hermeneutik der Gegenseite „de facto“ akzeptiert wurde.
  • Dies scheint die Strategie zu sein, auf die Mettes Buch (ob bewusst oder unbewusst) hinausläuft: dass nicht mehr über Inhalte diskutiert wird, dass keine Wahrheitsansprüche für christliche Positionen mehr ausgesprochen werden, sondern alle Sichtweisen gleichberechtigt nebeneinanderstehen können (postmodern und bibeltreu). Damit hat dann aber – auf der Metaebene – die postmoderne Fraktion ‚gewonnen‘ …
  • Fakt ist: Mettes Buch liest sich – nach Schirrmachers Rezension – wie eine „Kampfansage“ an konservative Evangelikale. Sollen konservative Evangelikale in der evangelikalen Bewegung „marginalisiert“ werden?
  • Insofern ist Thomas Schirrmachers Rezension fast schon defensiv …

Summe

Schirrmacher liefert mit seiner Rezension zwar starkes Argumentationsmaterial, aber die innerevangelikale ‚Schlacht‘ geht erst richtig los … – Die Freunde aus ‚Post-Evangelikalien‘ erheben einen klaren Führungsanspruch, und scheinen die Interpretation dessen, was in der Evangelischen Allianz gilt, für sich gewinnen zu wollen.

Zum Weiterlesen:


D. Facius schließt die damalige Rezension des Bibelbundes wie folgt ab:

Und noch ein Weiteres muss verwundern: das fast völlige Fehlen einer Auseinandersetzung mit der „Wahrheit“. Mette schreibt viel über Gnade und Liebe, geht aber kaum darauf ein, dass Jesus gekommen ist, um von der Wahrheit Zeugnis zu geben (Joh 18,37) und seine Gemeinde als Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit baut (1Tim 3,15). Wer ernsthaft an einer Beilegung von innerevangelikalen Streitigkeiten interessiert ist, muss sich vordringlich mit dem Problem befassen, wie sich Liebe und Gnade und Wahrheit zueinander verhalten. Nicht jede inhaltliche Auseinandersetzung, nicht jede Kritik ist nämlich per se „ungnädig“.

Links:


[1] Diese Textfassung verantwortet natürlich der Herausgeber selbst …

[2] Thorsten Dietz Ja, sehr spannender Beitrag! Schön finde ich, dass Thomas Schirrmacher ja der Kernthese von Jürgen Mette ausdrücklich zustimmt, dass „evangelikal“ eigentlich für eine „Sammlung von ‚Jesus-first‘-Gesinnten“ steht und mit eigenen Worten hinzufügt, „dass es eine Sache gibt, die uns eint, und vieles, was uns unterscheidet.“ (S. 8)

Besonders hilfreich finde ich die Bestätigung, dass es eben gar nicht das eine evangelikale Schriftverständnis gibt. Gerade in der DEA war das Bekenntnis zur Irrtumslosigkeit der Bibel noch nie der Maßstab evangelikaler Bibeltreue. Schön, dass von einem zu bestätigt zu finden, die die Chicagoer Erklärung bis heute in seiner eigenen Deutung vertritt.

Interessant fand ich auch die Feststellung, dass selbst unter den Anhängern einer Hermeneutik der Irrtumslosigkeit der Kreationismus keineswegs so selbstverständlich ist, wie andere es bisweilen darstellen. Es gilt nicht nur: „Eine kreationistische Auslegung des Schöpfungsberichtes und die theistische Evolution haben in der evangelikalen Bewegung seit Darwin immer schon nebeneinander her bestanden“ (18), was ja offensichtlich ist. Sondern mehr noch: „bereits die ersten „Fundamentalisten“ waren in dieser Frage nicht einig“ (Ebd.). Wenn man selbst von der Chicagoer Erklärung her zu dem Ergebnis kommt, dass wir „mit einer großen Bandbreite an ‚bibeltreuen‘ Sichtweisen von Genesis 1–11 leben müssen“, sehe ich in diesem Zugeständnis eher eine Stärkung der Anliegen Jürgen Mettes als eine Kritik.

(…)

Alles in allem habe ich nach Lektüre dieses Textes den Eindruck, dass Thomas Schirrmacher fast mehr Klärungsbedarf hätte mit konservativen Evangelikalen als z.B. mit Jürgen Mette oder auch mir….

Auf diesem Niveau könnten die Gespräche gerne fortgesetzt werden. Vielleicht mit einem etwas weniger schulmeisterlichen Tonfall und „Tunnelblick“-Unterstellung, um auch etwas kritische Bedenken anzumelden…

https://www.facebook.com/till4one/posts/3332592770144740

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#vision2020

Haut, Auge, Iris, Blau, Älter, Falten, Faltige Haut
https://pixabay.com/de/photos/haut-auge-iris-blau-%C3%A4lter-falten-3358873/

Pünktlich zum 31.12.2019 hat John L. Cooper einen weiteren Knaller in FB lanciert.

Man erinnere sich: im August 2019 hat Skillet sich zu den öffentlichwirksamen Glaubensrücktritten von Joshua Harris & Co. geäußert und sich kritisch der (Dis-) Funktion von sogenannten ‚influencern‚ im Reich Gottes angenommen (wobei er selbst einer ist). Unsere Übersetzung hatte sich damals in Verbindung mit der neuen Seite Daniel-Option, relativ weit verbreitet. Aber bevor wir dazu kamen nunmehr Skillet II zu übersetzen, hat es mein Blogger-Kollege Dr. Markus Till schon getan: http://blog.aigg.de/?p=4904

Vision 2020

 öffentl. gepostet: John L. Cooper auf FB am 31. Dezember 2019 

Wow, was für ein Wirbelwind war das Jahr 2019! Ich kann mich an kein arbeitsreicheres Jahr erinnern als dieses. Doch wenn ich das Jahr 2020 so betrachte, dann wird mir klar, dass ich noch viel zu tun habe und der Wirbelsturm gerade erst beginnt.

Das war ein schmerzhaftes Jahr, sowohl auf globaler als auch auf persönlicher Ebene. Die großen Probleme in der Welt haben mich auch ziemlich hautnah betroffen. Sprechen wir zuerst über das umfassendere Thema: Wir haben in diesem Jahr viel Herzensleid in Gottes Kirche gesehen. Wir haben gesehen, wie christliche Leiter und einflußreiche Menschen vom Glauben abfielen, den Glauben verurteilten und in einen Lebensstil der Sünde verfielen. Außerhalb des christlichen Glaubens hat unsere Gesellschaft und Kultur im Allgemeinen das Ausfransen der letzten Säulen der Wahrheit gesehen, die uns relativ fest verankert gehalten haben. Die Kultur hat mit voller Wucht den Postmodernismus und seine verschiedenen Abkömmlinge des Relativismus aufgenommen. Das hat uns in eine Welt manövriert, die an nichts Absolutes glaubt und in der nichts objektiv wahr ist. Wir als Gesellschaft werden von wilden Strömungen hin und her geworfen, während die Wahrheit jeden Tag durch die öffentliche Meinung neu definiert wird. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen so verzweifelt verwirrt sein könnten.

Ich persönlich habe Freunde, die den Glauben in diesem Jahr verlassen haben. Freunde, die ihren Ehepartnern gegenüber untreu waren. Freunde, die ein Kind durch Sucht oder Selbstmord verloren haben. Freunde, die wissentlich oder unwissentlich zu falschen Lehrern wurden, indem sie eine “neue Lehre” lehrten, die Aspekte des Christentums mit den Überzeugungen der New-Age-Bewegung vermischt. Ja, ich habe es gesagt. Das ist eine falsche Lehre. Ziemlich brutales Zeug. So sehr ich persönlich von all dem betroffen bin, bin ich sicher, dass jeder von euch, der dies liest, auch in irgendeiner Weise davon betroffen sein wird.

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Buchbesprechung: „Die Brüder und die Lehren der Gnade“

https://bruederbewegung.de/personen.html

Vor einiger Zeit haben wir auf brink4u einen Kommentar zu den „five points“ herausgegeben, um einer zunehmenden Emotionalisierung der sogenannten „Calvnismus-Debatte“ in eher heilsgeschichtlich denkenden Kreisen entgegenzuwirken …

Die Brüderbewegung stand in der eigenen Wahrnehmung vieler ‚Brüder‘ lange Zeit als Bollwerk gegen eine theol. Vereinahmung von reformierter Seite: gab es doch eine lange Tradition in ihrer Literatur, die sowohl den Calvinismus, als auch den Arminianismus als theologische Schulen (‚Systeme‘) zurückwies.

Umso überraschender dürfte es für manche sein, die nun in deutscher Übersetzung vorliegende Fassung des Buches von Mark R. StevensonDie Brüder und die Lehren der Gnade Wie stand die Brüderbewegung des 19. Jahrhunderts zur calvinistischen Heilslehre?‘ in Händen zu halten! Waren die ‚Brüder‘ letztlich doch eindeutige ‚Calvinisten‘? Man darf hoffen, dass ‚beide Seiten‘ ihre Hausaufgaben machen und mit dem postulierten Ergebnis dieser historischen Untersuchung zurück zur Schrift gehen und diese Frage unaufgeregt am Original studieren …

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brink4u: Rückblick 2019

books-3205452_1920.jpg

Seit fünf Jahren (01.01.2015) läuft brink4u; erstmals mit einem Einbruch auf 81,3% zum Vorjahr (auf das Niveau von 2017), bei einer deutlich reduzierten Zahl an Beiträgen von nur 53,1% zum Vorjahr.

  • 2019: 12.005 Aufrufe, 6.002 Besucher, 51 Beiträge / Seiten
  • 2018: 14.773 Aufrufe, 7.301 Besucher, 96 Beiträge / Seiten
  • 2017: 11.984 Aufrufe, 6.100 Besucher, 140 Beiträge / Seiten
  • 2016: 7.504 Aufrufe, 3.433 Besucher, 130 Beiträge / Seiten
  • 2015: 6.420 Aufrufe, 2.632 Besucher, 251 Beiträge / Seiten
  • in Summe: 668 Beiträge / Seiten, 52.686 Aufrufe (2015-2019)

Nach wie vor ist der 12. März 2018 mit 342 Klicks der am besten besuchte Tag: Ursache ist der am 10.03.2018 eingestellte Artikel zu der Arbeit von Johannes Hartl und der MEHR2018: „Kathpop – und die evangelikale Krise am Beispiel der Mehrheitsmeinung zur MEHR2018„. Noch in 2019 landete dieser Artikel auf den 7. Platz.

Die 20 der am meisten besuchten Beiträge in 2018 waren (abgesehen von „Über uns“ etc.):

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Rowling und ‚transphobia‘

Es ist Zeit mal wieder einen Beitrag vom TheoBlog.de (Ron Kubsch) zu zitieren: Rowlings simpler Reflex (SPIEGEL)

Der SPIEGEL hat sich inzwischen auch in die Debatte über Transmenschen eingemischt (vgl. hier) und unterstellt J.K. Rowling eine unerträgliche und perfide Argumentation.
(…) – nach Butler sind die Begriffe biologisches Geschlecht und Geschlechtsidentität nur „Erfindungen“ durch soziale und sprachliche Aspekte der Gesellschaft. Alles andere sei Biologismus.

Das klingt dann so:

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Ziege gesucht – Schatz entdeckt!

„Jesus, Qumran und die Wahrheit über die Schriftrollen vom Toten Meer“

Freitag 24.01.2020 (München; 19:00 Uhr)
Der Qumranexperte und Nahost-Studien-Reiseleiter Alexander Schick (Sylt) hält einen spannenden Einführungsvortrag in München über die grösste archäologische Entdeckung im Heiligen Land.

Quelle: https://www.bibelausstellung.de

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Warum ich kein Charismatiker …

Arne Kopfermann, 2010, wikipedia

Wolfram Kopfermann hat in den 80-iger Jahren die Debatte um die Ev. Landeskirche als auch die Frage des ‚Charismatismus‘ in Deutschland entscheidend geprägt. Von 1978 bis 1988 war Kopfermann Leiter der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche in Deutschland. 1988 legte er sein Amt als Pastor in der St.-Petri-Kirche nieder, trat aus der Evangelisch-lutherischen Landeskirche aus und gründete in Hamburg die charismatische Anskar-Kirche, die seitdem von ihm geleitet wurde.

Vater

Diesen Schritt begründete er im Nachgang ausführlich in einem seinerzeit vielbeachteten Buch: „Abschied von einer Illusion : Volkskirche ohne Zukunft“ (1990). Sympatisch auch, dass er als ‚Charismatiker‘ eine kritische Selbstreflektion pflegte und Auswüchse der eigenen Bewegung kritisch hinterfragte: „Macht ohne Auftrag : warum ich mich nicht an der „geistlichen Kriegführung“ beteilige“ (1994). Ziemlich genau vor einem Jahr wurde er im Alter von 80 Jahren heimgerufen.

Sohn: geschrieben mit Tränen

Sein Sohn Arne Kopfermann ist ein sehr bekannter christlicher Liedermacher (von mehr als 600 Liedern …), Popmusiker, Musikproduzent und Sachbuchautor. In dem Buch „Mitten aus dem Leben“ (2017) verarbeitete Kopfermann den Tod seiner Tochter Sara (2014). Nun hat Arne Kopfermann nachgelegt und ein Interview in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift ‚Aufatmen‘ angekündigt, das schon vor Veröffentlichung Furore machte: „Warum ich kein Charismatiker mehr bin …“

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Staffelstab übergeben …

Direktlink auf youtube.com

Das dramatische Video mit dem „Fauxpas der Chinesinnen“ im 4×100-Meter Finale der Frauen (Leichtathletik WM Doha (Qatar) 2019) hat uns auf einer Tagung in Rehe („Reher Kreis“, 15.-16.11.2019) zum Thema Staffelübergabe beschäftigt:

  • warum ist es so wichtig und gleichzeitig so schwer die Übergabe an die nächste Generation zu bewältigen?
  • welche Voraussetzungen müssen bei den Älteren, welche bei den Jüngeren gegeben sein?
  • wie geht das praktisch: „Annähern – Übergeben – Loslassen“?

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