Fortbildung a la Dallas …

Bildschirmschuß: https://www.dts.edu/

Ein Freund hat heute auf diese Seite im bekannten Dallas Theological Seminary (DTS) verwiesen: https://courses.dts.edu/; dort finden sich kostenlose Online-Bibel-Kurse; die aktuellen Kursangebote:

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Die Evangelikalen – eine bemerkenswerte Rezension

14./16.02.2020, Nachtrag:
Am 10.02.2020 hat Jürgen Mette, der Verfasser von „Die Evangelikalen“, durch Vermittlung von Dr. Markus Till sich per Mail an mich (bzw. biblipedia) gewandt und unsere Kommentierung der Rezension von Dr. Thomas Schirrmacher (in Teilen zu Recht) zu kritisieren.

Aus dem sich anschließenden Schriftverkehr heraus, habe ich einige Aussagen in dieser Kommentierung überarbeitet, ergänzt, bzw. gelöscht. Nach dem Dialog sehe ich stärker als zuvor, dass Mettes Buch nicht nur eine theologische Bewertung der Evangelikalen darstellt (die mir zu flapsig ist – und bleibt …), sondern eben auch einen biografisch-subjektiven Erfahrungsbericht darstellt (dem ich auch menschliche Stärken abgewinnen kann).

Es sollte nicht sein, dass theologische Streitfragen auf persönlicher Ebene durchschlagen. Wo das geschehen ist, bitte ich Jürgen Mette um Entschuldigung! – Andererseits ist sein Buch und die Antwort von Thomas Schirrmacher und anderer Rezensenten zu Recht eine öffentliche Auseinandersetzung, die wohl auch notwendig bleibt …


25.01.2020, Kommentierung der Rezension von

Thomas Schirrmacher, ‚Theologischer ‚Streit‘ muss sein und gehört zur DNA der Evangelischen Allianz – oder: Warum ich Streitgespräche liebe. Ein offener Brief an Jürgen Mette zu seinem Buch „Die Evangelikalen“‘,

in: ‚Glauben und Denken heute‘ (Ausgabe 2/2019, Nr. 24/13. Jahrgang, Seite 8-24)

Kaum kam die neue Ausgabe von Glauben und Denkenheraus, da stellte Rod Nolte am 23.01.2020 in einem theologischen Forum in FB eine kurze Zusammenfassung aus Thomas Schirrmachers o.g. Kritik an dem Buch von Jürgen Mette. Die Evangelikalen. Weder einzig noch artig. Eine biografisch-theologische Innenansicht. 2019 Gerth Medien zusammen: wir geben eine überarbeitete Fassung mit freundlicher Genehmigung von Rod Nolte weiter (4 Seiten) – wer mehr Zeit hat, lese Schirrmachers Original (17 Seiten) … [1]

Schirrmacher legt eine bemerkenswerte Rezension zu Mettes Buch vor!


Schirrmachers Kritik ist in der Tat fundamental. Mette hat in den sozialen Medien angekündigt, erst dann zu antworten, wenn er sich mit seinem Kritiker getroffen hat: man darf hoffen, dass er die Argumente von Schirmmacher ernstnehmen und darauf eingehen wird. Zu stark sind die von Schirmmacher aufgezeigten logischen Widersprüche und Inkonsistenzen in Mettes Buch, als das sie unbeantwortet bleiben sollten.

Hier ein paar Schneisen in Kurzform … – und hier die pdf dazu.

Streitkultur oder Brückenbauen …?

  • Mette wirft den konservativen Evangelikalen einen „Hang zum Streiten“ vor und verfasst dann selbst eine „Streitschrift“ (anstatt, gem. seiner Zielsetzung ‚Brücken zu bauen‘) …
  • In den beiden Vorworten seines Buches wird Mette als „Brückenbauer“ bezeichnet – und im Interview mit Wolfgang Bühne bestätigt Mette dies als Selbstwahrnehmung: „Ich sehe meine Aufgabe im Brückenbauen zwischen den Lagern der Jesus-Leute“. Von Bühne hat er hingegen den Eindruck, er liebe die Fronten
  • In seinem eigenen Buch sieht man aber auch Abgrenzung auf Abgrenzung … – Kardinal John Henry Newman hingegen wird von Mette als „Brückenbauer“ erwähnt? Worin besteht nochmal sein Vorbild? (man erinnere sich: ehemalig führendes Mitglied der ‚Oxford-Bewegung‘, Ex-Anglikaner (dessen Bruder der evangelikalen Szene nahestand), ein Konvertit zum röm. Katholizismus, später Kardinal und seit dem Herbst 2019 auch ein off. ‚Heiliger)
  • Mette fordert Einigkeit, und sagt gleichzeitig: „Wer mich öffentlich als ’nicht mehr bibeltreu‘ bezeichnet, ist nicht mein Bruder / Schwester“ (ein vorschnelles Urteil); Mette findet, dass man ihn kritisiere, ohne ihn vorher zu einem Gespräch besucht zu haben, …
  • Es fehlt bei Mette eine klare Bibelarbeit, die darlegt, was falsches und was richtiges Streiten ist. Unklar bleibt, warum Mette scharf und angreifend formulieren darf und andere nicht. Immer sind „die anderen“ die Streithammel, nicht Mette oder Leute, die auf seiner Seite stehen.
  • Die christliche Theologie hat die „Disputation“ vor 1.500 Jahren in den Klöstern hervorgebracht (aus dem Judentum übernommen). Universitäten sind aus diesem Geiste entstanden. Die Errungenschaften der Moderne sind nicht durch ‚Schmusen‘ und Einheitsbeteuerungen, sondern durch organisierte Streitgespräche hervorgebracht worden.
  • Zum Protestantismus / zu den Evangelikalen gehört, dass jeder selber um die richtige Bibelinterpretation ringt. Schirrmacher hat z.B. am ökumenischen Dokument von 2011 „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ (CZmrW, Vatikan, Ökumenischem Rat der Kirchen, Weltweiter Evangelischer Allianz) mitgearbeitet, wofür er von anderen (Anm.: zu Recht …) auch deutlich kritisiert wurde.
  • Gruppen, die sich einer theol. Liberalisierung entgegenstellen, nennt Mette „Protestzirkel“. „Statt sich zu inspirieren / zu erneuern, werden immer neue Protestzirkel etabliert“ (Mette, S. 45). Daraus ergebe sich die gesellschaftliche Wirkungslosigkeit der Evangelikalen!
  • Es scheint, als gelte: „Bestehende Strukturen / Denkweisen sind zu erhalten“. Dabei war es ja Mette, der seine eigene Sichtweise „modernisiert“; sich also aus früheren Strukturen hinausbewegt hat. Warum ist er jetzt kein „böser Protestzirkler“?
  • Mette kritisiert, dass Worthaus-Predigten „kritisiert werden“, übergeht aber, dass die Worthaus-Prediger oft selbst sehr heftig austeilen, mit polemischem Ton gegenüber anderen Christen.

Evangelikale …

  • Mette kritisiert, dass unter Evangelikalen „geprüft werde, ob er im Glauben klar stehe“ (was ihn offensichtlich ärgert), er selber nennt aber ebenfalls listenweise Dinge, die man auf keinen Fall vertreten dürfe …
  • Mette sagt (S. 205): „Ich will mir immer wieder bewusst machen, dass ich von meinen schärfsten Kritikern sehr viel lernen kann“, aber im Buch findet sich kaum ein Beispiel, was er von den Kritikern gelernt hat.
  • Mette findet den Begriff „evangelikal“ derart überfrachtet, kontaminiert, theologisch entkernt, dass man ihn abschaffen solle. Schirrmacher hingegen behauptet: man schafft Begriffe nicht ab und ersetzt sie durch „Nichts“, sondern mit besseren Begriffen. Mette solle einen besseren Begriff vorschlagen …
  • Sicher kann man sich für manche ‚Evangelikale‘ nur schämen – aber das gibt es überall, wo es Menschen gibt. Laut Mette „kränkelt“ die evangelikale Szene jedoch schon von Anfang an, und müsse die „ursprüngliche Idee“ wiederherstellen. (welche “ursprüngliche Idee“ eigentlich? Die der realen evangelikalen Bewegung, die angeblich schon von Anfang an kränkelte, oder einem von progressiver Seite erträumte …?)

Sexualität

  • Laut Mette sei Homosexualität ein „Randthema“, das wir nicht zu einer Bekenntnisfrage machen sollten. Schirrmacher: „Da sind sich Freund und Feind ausnahmsweise mal einig, dass das (Homosexualität) kein Randthema ist. Das ist wirklich Deine (Mettes) ganz private Meinung, die sicher nichts zur Lösung beitragen wird.“
  • Mette übertreibt: Evangelikale befassen sich nicht „nur“ mit Homosexualität – über Islam und Christenverfolgung wird weit mehr publiziert, da gibt es Institute und Zeitschriften …
  • Mette wendet sich gegen „vereinfachende“ Lösungen, aber für das Thema Homosexualität hat er selber eine ultravereinfachende Lösung, indem er es zum „Randthema“ erklärt, das keine Bekenntnisfrage sein kann …
  • Diese Lösung habe laut Schirrmacher noch nirgends funktioniert. Sexualethik sei nun mal kein Randthema. Wenn Sexualität ein Randthema wäre: was ist mit sexuellem Missbrauch, soll das auch alles nur privat ausdiskutiert werden? Bei Abtreibung sagt Mette wiederum nicht, dass dies ein Randthema sei.
  • Wer entscheidet nun, was ein „Randthema“ ist: Mette hält seine eigene Position zu Homosexualität für die einzig gangbare und vertritt sie mit Nachdruck – warum ist ihm seine Position so wichtig, wenn es ein Randthema ist?

Schöpfungsforschung und Schriftverständnis

  • Die Frage nach Kreationismus bzw. Schöpfungsforschung löst Mette ganz einfach: Wer gelernt hat, die unterschiedlichen Literaturgattungen zu unterscheiden, der muss nie wieder über die Evolutionstheorie streiten … (S. 100). [Christen haben jedoch schon immer Literaturgattungen unterschieden, und ob Genesis 1 und 2 als „Poesie“ zu sehen ist, darüber entscheiden philologische Argumente, etc.]
  • Die Gegner von Mette seien einfach Fundamentalisten, die „einfache Menschen“ mit simplen Antworten bedienen, jedoch sind die Lösungsvorschläge von Mette ebenfalls simplizistisch.
  • Das Schriftverständnis von Mettes Gegnern werde „von Angst dominiert“. [Psychologisierung des Gegners.]. Schirrmacher weist hingegen die Vorwürfe von Mette gegen die Chicago-Erklärung als haltlos aus. Artikel XVIII sagt ja gerade, dass grammatisch-historische Exegese wichtig ist, und Artikel XIII sagt, dass literarische Kategorien wesentlich sind, etc.
  • Mette meint, er versuche die Bibel ganz ohne Vorverständnis zu lesen. Dazu Schirrmacher: keiner kann so einfach die Bibel lesen, wie sie sich selbst verstanden hat. Man muss zuerst erarbeiten, was ein Text damals gemeint hat, dann sich seiner eigenen Sprache, Kultur und Voreingenommenheit bewusstwerden. „Das ist auch kleines Einmaleins jeder bibeltreuen Theologie“.
  • Mette habe wohl einfach seine frühere „fromme“ hermeneutische Tradition mit einer anderen ausgetauscht. Schirrmacher: „Da kannst Du doch nicht einfach ‚fromm‘ erklären, Du seist quasi der Einzige, der nur schlicht die Bibel so verstehen wolle, sie sie sich selbst verstanden wissen will.“ …
  • Mette meint, seine Gegner sagen: „Man soll einfach das wörtlich nehmen, was da steht“ – Schirrmacher bittet, dass er ihm diesen Satz bitte von einem evangelikalen / bibeltreuen Theologen zeigen soll. Leider habe sich Mette nicht die Mühe gemacht, die Schriften seiner Gegner gründlich zu studieren. So schlage er ständig auf Strohmänner der Gegenseite ein.

Koran und liberale Theologie

  • Mette meint, es gäbe die islamische Sicht im Umgang mit dem Koran auch „in christlichen Ausprägungen“. Das sei, so Schirrmacher, schlicht falsch, das habe es weder in der Geschichte noch heute je gegeben. (S. 22 bei Schirrmacher).
  • Mette erweckt den Eindruck, die liberale Theologie habe uns nur ein wenig philologisch auf die Sprünge geholfen, aber übergeht komplett den glaubenszerstörenden Effekt (und die falschen philosophischen Grundlagen) der liberalen Theologie / der historisch-kritischen Bibelauslegung.
  • Mette preist die europäische Akkreditierung unter staatlicher Aufsicht seit der Einführung der Bologna-Kriterien wegen ihrer Wissenschaftlichkeit – Fakt ist aber, so Schirrmacher, dass sich die meisten theologischen Fakultäten an deutschen Universitäten gegen die Einführung der Bologna-Methoden wehren, weil sie deren Folgen als nicht förderlich ansehen …

Schirrmachers Rezension ist ausbaufähig …

  • Schirrmacher kommt bisweilen etwas hochnäsig rüber: hier der universelle Dr. mult., dort der lokale pietistische Theologe …
  • Er beschreibt fast ausschließlich formale Aspekte und bleibt auf der Meta-Ebene, indem er die „Streitkultur“ zwischen verschiedenen Meinungen sehr stark betont und lobt, ohne inhaltlich Grenzen zu ziehen, was denn nun evangelikal ist und was nicht mehr zur evangelischen Allianz gehören solle …
  • Inhaltlich hat er z.B. nichts zum Thema Homosexualität gesagt. Jede inhaltliche Festlegung würde natürlich von der Gegenseite sofort wieder als „zu eng“, „intolerant“ etc. diffamiert werden.
  • Diese ‚Offenheit‘ kann natürlich ein postmodern gesinnter Gegenüber sofort ausnutzen: ‚wir sind ja gerade für Pluralität; dann muss unsere Sicht von Homosexualität, liberaler Schriftauffassung, liberaler Sicht von Sex vor der Ehe, von der Wahrheit anderer Religionen, vom Sühneopfer, etc. auch voll akzeptiert werden, Hauptsache wir sind bereit, darüber zu diskutieren.‘ … – vgl. Thorsten Dietz in seiner Reaktion auf Schirrmachers Rezension in einem anderen Facebook-Thread …  [2]
  • Problem: Wenn man keine inhaltlichen Festlegungen mehr machen kann, weil man Angst haben muss, innerhalb der evangelikalen Bewegung als intolerant ausgegrenzt zu werden, dann haben die ‚konservativen Evangelikalen‘ schon verloren, weil damit die Hermeneutik der Gegenseite „de facto“ akzeptiert wurde.
  • Dies scheint die Strategie zu sein, auf die Mettes Buch (ob bewusst oder unbewusst) hinausläuft: dass nicht mehr über Inhalte diskutiert wird, dass keine Wahrheitsansprüche für christliche Positionen mehr ausgesprochen werden, sondern alle Sichtweisen gleichberechtigt nebeneinanderstehen können (postmodern und bibeltreu). Damit hat dann aber – auf der Metaebene – die postmoderne Fraktion ‚gewonnen‘ …
  • Fakt ist: Mettes Buch liest sich – nach Schirrmachers Rezension – wie eine „Kampfansage“ an konservative Evangelikale. Sollen konservative Evangelikale in der evangelikalen Bewegung „marginalisiert“ werden?
  • Insofern ist Thomas Schirrmachers Rezension fast schon defensiv …

Summe

Schirrmacher liefert mit seiner Rezension zwar starkes Argumentationsmaterial, aber die innerevangelikale ‚Schlacht‘ geht erst richtig los … – Die Freunde aus ‚Post-Evangelikalien‘ erheben einen klaren Führungsanspruch, und scheinen die Interpretation dessen, was in der Evangelischen Allianz gilt, für sich gewinnen zu wollen.

Zum Weiterlesen:


D. Facius schließt die damalige Rezension des Bibelbundes wie folgt ab:

Und noch ein Weiteres muss verwundern: das fast völlige Fehlen einer Auseinandersetzung mit der „Wahrheit“. Mette schreibt viel über Gnade und Liebe, geht aber kaum darauf ein, dass Jesus gekommen ist, um von der Wahrheit Zeugnis zu geben (Joh 18,37) und seine Gemeinde als Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit baut (1Tim 3,15). Wer ernsthaft an einer Beilegung von innerevangelikalen Streitigkeiten interessiert ist, muss sich vordringlich mit dem Problem befassen, wie sich Liebe und Gnade und Wahrheit zueinander verhalten. Nicht jede inhaltliche Auseinandersetzung, nicht jede Kritik ist nämlich per se „ungnädig“.

Links:


[1] Diese Textfassung verantwortet natürlich der Herausgeber selbst …

[2] Thorsten Dietz Ja, sehr spannender Beitrag! Schön finde ich, dass Thomas Schirrmacher ja der Kernthese von Jürgen Mette ausdrücklich zustimmt, dass „evangelikal“ eigentlich für eine „Sammlung von ‚Jesus-first‘-Gesinnten“ steht und mit eigenen Worten hinzufügt, „dass es eine Sache gibt, die uns eint, und vieles, was uns unterscheidet.“ (S. 8)

Besonders hilfreich finde ich die Bestätigung, dass es eben gar nicht das eine evangelikale Schriftverständnis gibt. Gerade in der DEA war das Bekenntnis zur Irrtumslosigkeit der Bibel noch nie der Maßstab evangelikaler Bibeltreue. Schön, dass von einem zu bestätigt zu finden, die die Chicagoer Erklärung bis heute in seiner eigenen Deutung vertritt.

Interessant fand ich auch die Feststellung, dass selbst unter den Anhängern einer Hermeneutik der Irrtumslosigkeit der Kreationismus keineswegs so selbstverständlich ist, wie andere es bisweilen darstellen. Es gilt nicht nur: „Eine kreationistische Auslegung des Schöpfungsberichtes und die theistische Evolution haben in der evangelikalen Bewegung seit Darwin immer schon nebeneinander her bestanden“ (18), was ja offensichtlich ist. Sondern mehr noch: „bereits die ersten „Fundamentalisten“ waren in dieser Frage nicht einig“ (Ebd.). Wenn man selbst von der Chicagoer Erklärung her zu dem Ergebnis kommt, dass wir „mit einer großen Bandbreite an ‚bibeltreuen‘ Sichtweisen von Genesis 1–11 leben müssen“, sehe ich in diesem Zugeständnis eher eine Stärkung der Anliegen Jürgen Mettes als eine Kritik.

(…)

Alles in allem habe ich nach Lektüre dieses Textes den Eindruck, dass Thomas Schirrmacher fast mehr Klärungsbedarf hätte mit konservativen Evangelikalen als z.B. mit Jürgen Mette oder auch mir….

Auf diesem Niveau könnten die Gespräche gerne fortgesetzt werden. Vielleicht mit einem etwas weniger schulmeisterlichen Tonfall und „Tunnelblick“-Unterstellung, um auch etwas kritische Bedenken anzumelden…

https://www.facebook.com/till4one/posts/3332592770144740

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Buchbesprechung: „Die Brüder und die Lehren der Gnade“

https://bruederbewegung.de/personen.html

Vor einiger Zeit haben wir auf brink4u einen Kommentar zu den „five points“ herausgegeben, um einer zunehmenden Emotionalisierung der sogenannten „Calvnismus-Debatte“ in eher heilsgeschichtlich denkenden Kreisen entgegenzuwirken …

Die Brüderbewegung stand in der eigenen Wahrnehmung vieler ‚Brüder‘ lange Zeit als Bollwerk gegen eine theol. Vereinahmung von reformierter Seite: gab es doch eine lange Tradition in ihrer Literatur, die sowohl den Calvinismus, als auch den Arminianismus als theologische Schulen (‚Systeme‘) zurückwies.

Umso überraschender dürfte es für manche sein, die nun in deutscher Übersetzung vorliegende Fassung des Buches von Mark R. StevensonDie Brüder und die Lehren der Gnade Wie stand die Brüderbewegung des 19. Jahrhunderts zur calvinistischen Heilslehre?‘ in Händen zu halten! Waren die ‚Brüder‘ letztlich doch eindeutige ‚Calvinisten‘? Man darf hoffen, dass ‚beide Seiten‘ ihre Hausaufgaben machen und mit dem postulierten Ergebnis dieser historischen Untersuchung zurück zur Schrift gehen und diese Frage unaufgeregt am Original studieren …

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Warum ich kein Charismatiker …

Arne Kopfermann, 2010, wikipedia

Wolfram Kopfermann hat in den 80-iger Jahren die Debatte um die Ev. Landeskirche als auch die Frage des ‚Charismatismus‘ in Deutschland entscheidend geprägt. Von 1978 bis 1988 war Kopfermann Leiter der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche in Deutschland. 1988 legte er sein Amt als Pastor in der St.-Petri-Kirche nieder, trat aus der Evangelisch-lutherischen Landeskirche aus und gründete in Hamburg die charismatische Anskar-Kirche, die seitdem von ihm geleitet wurde.

Vater

Diesen Schritt begründete er im Nachgang ausführlich in einem seinerzeit vielbeachteten Buch: „Abschied von einer Illusion : Volkskirche ohne Zukunft“ (1990). Sympatisch auch, dass er als ‚Charismatiker‘ eine kritische Selbstreflektion pflegte und Auswüchse der eigenen Bewegung kritisch hinterfragte: „Macht ohne Auftrag : warum ich mich nicht an der „geistlichen Kriegführung“ beteilige“ (1994). Ziemlich genau vor einem Jahr wurde er im Alter von 80 Jahren heimgerufen.

Sohn: geschrieben mit Tränen

Sein Sohn Arne Kopfermann ist ein sehr bekannter christlicher Liedermacher (von mehr als 600 Liedern …), Popmusiker, Musikproduzent und Sachbuchautor. In dem Buch „Mitten aus dem Leben“ (2017) verarbeitete Kopfermann den Tod seiner Tochter Sara (2014). Nun hat Arne Kopfermann nachgelegt und ein Interview in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift ‚Aufatmen‘ angekündigt, das schon vor Veröffentlichung Furore machte: „Warum ich kein Charismatiker mehr bin …“

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David Gooding (1925-2019)

David Gooding (März 2008); (c) Myrthlefield Trust

David Gooding und John Lennox haben seit den frühen 90-iger Jahren durch Ihre Bücher, Seminare und Vorträge – als auch durch ihre persönliche Ausstrahlung – einen großen Einfluß auf mein Verständnis vom Umgang mit und Nachdenken über der Bibel gehabt.

Seine Bücher zum Lukas-Ev., zu Johannes 13-17, dem Hebräerbrief und der Apostelgeschichte haben eine herausragende Stellung in meiner Bibliothek gefunden …

Unvergessen sind auch Goodings Vorträge zum 4. Buch Mose auf der Glaubenskonferenz christlicher Gemeinden, in Saalfelden (28.-30.10.1994): „Die großen Rebellionen Israels in der Wüste als Warnung für unser Christenleben“; oder seine Vorträge in Rothenburg o.d.T. (2003).

Unsere Begeisterung für seine Arbeit fand seinen Niederschlag in über 20 Artikeln auf diesem Blog; beispielhaft:

Zu Recht warben die Veranstalter in Rothenburg (2003):

David Gooding ist in vielen Ländern für seine frische und hilfreiche Auslegung biblischer Bücher bekannt. Er hat die Gabe, Zusammenhänge der Heiligen Schrift aufzuzeigen und in unsere Zeit zu übersetzen, so dass Gottes Wesen hervorscheint und zu freudiger Nachfolge motiviert.

David W. Gooding (16.9.1925 – 30.8.2019) wurde am 30. August 2019 im fast vollendeten 94. Lebensjahr heimgerufen, um bei seinem Herrn zu sein. Am Donnerstag, den 7. November, findet ein Dankgottesdienst in der Crescent Church in Belfast statt. Wer ein Zeichen der Wertschätzung senden möchte, schicke es bitte per E-Mail an info@myrtlefieldhouse.com.

Hier der Nachruf auf Myrtlefield Trust:

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20 Jahre IGUW

Dr. Jürgen Spieß & Prof. Dr. John Lennox im Duo
Q&A „Da li je nauka sahranila Boga?“ ETF Belgrade 31 10 2013

Gründe für den Glauben – 20 Jahre Institut für Glaube und Wissenschaft

Heute kann sich jeder seine Filterblase und seine Weltanschauung selbst aussuchen. Und so zeigen sich nicht nur in der politischen Landschaft tiefe Risse in der Gesellschaft. Bundespräsident Steinmeier rief 2018 dazu auf, miteinander im Gespräch zu bleiben. Sind wir im Gespräch mit Andersdenkenden, und wenn ja, wie? Reden ist die Basis für Beziehung.

Aber gutes Reden lebt vom wahrhaftigen Inhalt. Genau darin sehen wir seit nunmehr 20 Jahren unseren Auftrag als Institut für Glaube und Wissenschaft: den Dialog zwischen christlichem Glauben, Weltan-schauungen und den Wissenschaften zu führen und andere für diesen Dialog zu befähigen. Den Glauben begründen können – Fachleute nennen das Apologetik.

Gemeinsam mit Institutsgründer Dr. Jürgen Spieß, dem langjährigen Berater Prof. Dr. John Lennox und weiteren Gästen wollen wir darüber nachdenken, wie wir heute den Dialog der Weltanschauungen einladend führen können.

Programm

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Spurgeon reloaded

Die Schatzkammer Davids

Die Schatzkammer Davids wurde neu gesetzt (von Fraktur auf lateinische Schrift); zudem mit ausführlichen Fußnoten zu den Zitaten von Spurgeon versehen.

gebunden (5 Bände im Schuber), 5352 Seiten
ISBN / EAN: 978-3-86699-372-3

Und das coolste: auch in diesem Fall ist diese Bibliothek als pdf im Downloadbereich erhältlich …

Link zum CLV-Server

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Erwählung und freier Wille …




In Vorbereitung einer Veranstaltung am kommenden Wochenende kam ich bei meinen Recherchen auf die Webseite von David Rieke, dessen ‚Benutzerhandbuch‚ in einem Privatverlag auf deutsch rausgekommen ist.

  • Seinen Artikel zu dem alten Thema fand ich erfreulich ausgewogen! Auch wenn die ‚Zeit-Ewigkeit‘-Diskussion uns exegetisch gesehen relativ bald aus dem Ruder läuft, ist es (philosophisch) doch eine spannende Frage

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Weitergehen?

Jeder der weitergeht … (2Joh 9)


Denn viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen, die nicht Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennen; dies ist der Verführer und der Antichrist. 8 Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt! 9 Jeder, der weitergeht[1] und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. 10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! 11 Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken. (2Joh 7-11)

Kürzlich im Hauskreis stieß ich auf diese mir sehr bekannte Passage. Und trotz meiner Sozialisation bei den ‚Exklusiven‘[2] ist mir eine Sache neu aufgegangen. Es gibt eine Wendung in 2Joh 9, die bzgl. der Identität Jesu als der ‚fleischgewordene‘ Sohn Gottes (2Joh 7), von einem ‚weitergehen‘ spricht, dass kritisiert wird:

Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht

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Tikis Abschied

Als Buchhändler in München-Neuhausen (nordwestlich der ‚Donnersberger Brücke‘) hatten wir natürlich ‚Tikis‘ Bücher aus dem Claudius-Verlag, aus dem gleichen Stadtteil (nordöstlich der ‚Donnersberger Brücke‘) im Regal.
Sicher: als ‚christliche Fachbuchhandlung‘ im evangelikalen Sinn war man zunehmend über die Inhalte irritiert, hat es aber doch meist als kreative Ausdrucksform protestantischer Frömmigkeit à la ‚Tiki‘ abgetan … – das ist mittlerweile 15 Jahre her

Gestern hat Ron Kubsch nun im Theoblog den altersbedingten Abschied von Werner Küstenmacher ‚als Prediger bei der Evangelischen Morgenfeier‘ des BR wie folgt kommentiert:

In gewohnt kreativer Weise hat sich Werner Küstenmacher (Tiki) bei der Evangelische Morgenfeier verabschiedet. Nicht nur das. Der Pfarrer sprach offen über seine Abschiede vom dem christlichen Glauben, der uns ein für allemal überliefert ist (vgl. Jud 3).

(…)

 

Ich empfehle, die Sendung nachzuhören und herauszuschälen, wie im Namen von Vernunft und Menschlichkeit das Evangelium völlig umgedeutet und so weit entleert wird, dass es nur eine trügerische Hoffnung vermittelt.

Dort findet sich auch der Radio-Mitschnitt der ‚Evangelischen Morgenfeier‘ …

Zudem hat der Theoblog seinerzeit eine Kommentierung und Buchbesprechung von Dr. Falko Hornschuch zu ‚Gott 9.0‘ vorgelegt.

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