Jahreslosung 2022 – und: „Der silberne Sessel“

Die diesjährige „Jahreslosung“ hat es in sich:

Jesus Christus spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Zunächst mal, weil dieser Bibelvers eine umfassende Einladung und herzliche „Verheißung“ ausdrückt: Jesus offenbart Gottes einladende Haltung und sichert zu, dass wirklich jeder willkommen ist und nicht mit einer Abfuhr rechnen muss.

Irritierend nur, dass in aller Regel der erste Teil des Verses weggelassen wird (der es aber auch wirklich „unnötig“ kompliziert macht …) – wörtlich lautet Joh 6,37 (REÜ):

„Jesus sprach zu ihnen:  (…)
Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“. (Joh 6,35.37)

Was denn: sollen wir nun kommen – alle? Oder, sind wir „willenlose“ Geschenke des Vaters an den Sohn? – C.S. Lewis hat diese Spannung grandios und kindgerecht verarbeitet: in der Kinderstunde der Teenies laß meine Frau heute aus dem sechsten Band der Narnia-Serie: Der silberne Sessel …

Jill und Eustachius sind in „der anderen Welt“ unterwegs, als sie plötzlich vor einem endlos tiefen Abgrund stehen. Eustachius fällt wegen Jill’s Angeberei in den Abgrund hinein. Jill kommt völlig fertig an einer Wasserquelle ins Gespräch mit Aslan (den Löwen) … – Jill hat Durst; und: Angst!

Nachdem Jill von Aslan zur Einsicht über ihr Fehlverhalten geführt wurde (nebenbei: Eustachius wurde von Aslan gerettet), entspinnt sich folgender Wortwechsel:

Aslan: „… durch das was du getan hast, wird deine Aufgabe schwerer werden“

„Welche Aufgabe bitte, Herr?“ fragt Jill

„Die Aufgabe, um derentwillen ich dich und ihn aus eurer Welt gerufen habe.“

Das verwirrte Jill sehr. „Er muss mich mit jemand verwechseln“, dachte sie. Sie wagte nicht, dies dem Löwen zu sagen, …

„Sprich aus, was du denkst, Menschenkind.“, sagte der Löwe

„Ich habe überlegt … ich meine … liegt da vielleicht ein Irrtum vor? Weißt du, uns hat nämlich keiner gerufen. Wir haben darum gebeten, hierkommen zu dürfen. Eustachius sagte, wir müßten  … einen Namen rufen – jemand, den ich nicht kannte -, und dieser Jemand würde uns vielleicht hierher kommen lassen. Und das taten wir, und dann fanden wir die Tür offen.“

„Ihr hättet mich nicht gerufen, wenn ich euch nicht gerufen hätte“, sagte der Löwe.

„Dann bist du also dieser Jemand, Herr“, fragte Jill?

C.S. Lewis, Der silberne Sessel (Moers: Brendow, 19982), Seite 22

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McGrath über Lewis …

https://de.wikipedia.org/wiki/Alister_McGrath

Alister McGrath über die fünf wichtigsten Bücher von C.S.Lewis:

  • Pardon ich bin Christ
    Immer noch eine der besten und am meisten gelesenen Darlegungen zur Verteidigungen des christlichen Glaubens. Seine scharfsinnige Herangehensweise und die erleuchtende Bildkraft der Sprache haben auch nach 60 Jahren immer noch Kraft zum Nachdenken anzuregen.
  • Narnia (1. Band): der König von Narina – eigentlich der 2. Band …
    Die erste (herausgegebene) und auch beste der Chroniken von Narnia führt uns in das geheimnisvolle Reich Narnias ein und stellt uns die Kinder vor, die es erforschen und schließlich verändern. Eine der besten Illustrationen für die apologetische Kraft einer guten Geschichte.
  • Die Abschaffung des Menschen
    Kein einfaches Buch, und doch stellt es eine meisterhafte Kritik einer bestimmten Art des Naturalismus und der darauf aufbauenen „Bildungsphilosophien“ dar. Es lohnt sich, es langsam und mit Bedacht zu lesen.
  • Narnia (7. Band): der letzte Kampf
    Das siebte und letzte Buch der Chroniken von Narnia setzt die Hoffnung auf ein neues Narnia. Auch wenn es an einigen Stellen umstritten ist, hat Lewis‘ Erkundung der „endzeitlichen Gefilde“ viele dazu gebracht, sich näher mit dem Christentum zu beschäftigen.
  • Flucht aus Puritanien
    Auch ein schwieriges Buch, aber das sich lohnt genauer betrachtet zu werden. Es war das erste Buch, das Lewis unter seinem eigenen Namen veröffentlichte. Er verwendet das Bild einer Straße, um seine Bekehrung zum Christentum zu erklären, und enthält eine meisterhafte Kritik des Freudianismus, neben einer starken  Darstellung der Sehnsucht und ihrer Bedeutung für unsere Suche nach Gott.

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Zitat der Woche: C.S. Lewis über Dialektik in der Gesellschaft

Das Spiel besteht darin, alle mit Feuerlöschern umherjagen zu lassen, wenn in Wirklichkeit eine Überschwemmung hereinbricht, oder alle auf jene Seite des Schiffes drängen zu heissen, die schon Dollbord unter Wasser ist. So machen wir es ‚modern‘, die Gefahren des Schwärmertums in dem Augenblick herauszustreichen, wenn alle in Wirklichkeit weltlich und gleichgültig werden.

Ein Jahrhundert später, wenn wir aus allen von Gefühlen berauschte Romantiker gemacht haben, richtet sich der moderne Entrüstungsschrei gegen die Gefahr des bloss ‚Verstandesmässigen‘. Zeiten der Grausamkeit warnen wir vor Sentimentalität, Zeiten der Weichlichkeit und des Müssigganges vor bürgerlicher Ehrbarkeit, Perioden der Geilheit vor Puritanismus.

– C. S. Lewis, Dienstanweisung an einen Unterteufel (110), gefunden auf der FB-Seite von Hanniel Strebel

Shocking Beliefs of C.S. Lewis (patheos.com)

Wie man aus meinen früheren Blogbeiträgen sehen kann, bin ich ein Fan von C.S. Lewis.

Trotzdem (bzw. gerade deswegen) poste ich diesen interessanten Beitrag, weil er ganz gut auf den Punkt bringt, das auch ein begnadeter Autor wie Lewis nicht in jedem Punkt „richtig“ liegen muss (wie wir alle auch, die wir noch nicht „fertig“ sind) … – etwa seine theoretische Möglichkeit eines „purgatory“ und die damit verbundene Möglichkeit evtl. auch nach dem Tod zur Umkehr zu finden?!

Am Besten Ihr linkt Euch in den Kommentaren auf o.g. Link ein und beantwortet die folgende Frage:

  • Welches Buch von Lewis, bzw. welche Idee oder Zitat hat Dir auf deiner geistlichen reise am meisten geholfen?

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