Papst Franziskus – der wahre Erbe Luthers?

Vier Tage vor dem Reformationsjubiläum wird die führende Figur der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Thomas Schirrmacher von der ZEIT dahingehend zitiert, dass der Papst „zu einem echten Erben Luthers“ avanciert

Frage: Da geraten die Säulen des Katholizismus ins Wanken …

Schirrmacher: Papst Franziskus sagte einmal bei einer Diskussion: Auch Benedikt XVI. und Johannes Paul II. seien nicht unfehlbar gewesen und hätten die Unfehlbarkeit bekanntlich nie in Anspruch genommen. Bergoglio kann mit dem Dogma der Unfehlbarkeit überhaupt nichts anfangen. Er ist wirklich bereit, an die Schmerzgrenzen seiner Kirche zu gehen. Beim Reformationsjubiläum im schwedischen Lund vor einem Jahr hat der Papst die Predigt gehalten, das war sein ausdrücklicher Wunsch. Aus meiner Sicht interpretierte Franziskus damals die Gedanken Luthers besser als die meisten lutherischen Bischöfe.

Frage: Der Papst als authentischer Interpret und Erbe Luthers?

Schirrmacher: Als er ins Amt kam, hatte Franziskus von Reformation keine Ahnung. Er hatte in Argentinien viele persönliche Kontakte mit Protestanten, Evangelikalen und Vertretern anderer Religionen, das schon. Aber Franziskus ist vor allem ein Mann der Bibel. Er schlägt sie auf und liest direkt die Botschaft aus dem Text. Bibelkritik, wie wir sie kennen, ist seine Sache nicht. Er hat da einen ganz unmittelbaren Zugang. Das macht ihn zu einem echten Erben Luthers. Mit den traditionellen Positionen gerät er so natürlich in Konflikt. Das sieht man bei der Thematik Ehe, Scheidung und Zugang zu den Sakramenten, dem Hauptthema der Familiensynoden und in seinem nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia.

Was ist passiert: hat sich Franziskus „bekehrt“, oder ist Schirrmacher zu lange im Vatikan aus- und eingegangen? Wie protestantisch ist der Papst denn nun?

Advertisements

Dom von Orvieto …

Urlaub in Italien:

  • diese Woche waren wir als Familie in Orvieto, in Umbrien
  • gut 100 km nördlich von Rom

Ursprünglich angezogen von der Aussicht bei der großen Hitze dort den kühlen Untergrund – mit seinen 1.200 in das Tuffgestein getriebenen Höhlen – besichtigen zu können (

Der Dom von Orvieto ist ein Meisterwerk gotischer Architektur in Mittelitalien. Durch die Lage der Stadt Orvieto ist das wichtigste Gebäude, der römisch-katholische Dom mit dem Patrozinium Maria Himmelfahrt, schon von Weitem zu erkennen. Wikipedia
IMG_0314
aus den typisch engen Gassen, springt plötzlich der Dom ins Bild

IMG_0315

Der Dom von Orvieto (Cattedrale di Santa Maria Assunta); die „Kathedrale Maria Himmelfahrt“ ähnelt dem Dom in Siena.

Weiterlesen Dom von Orvieto …

Evangelikale und Katholiken …

Schirmmacher_Papst.JPGThomas Schirrmacher und Thomas Johnson erklären als Mitglieder der „World Reformed Fellowship“ (WRF) in 3 Punkten ihre Haltung, die sie als Vertreter der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEF) in den Kontakten zu hohen Vertretern der röm.-kath. Kirche (inkl. dem aktuellen Papst) einnnehmen.

Sie antworten auf die innerevangelikale Kritik, dass in der großen Nähe die sie zur kath. Kirche einnehmen, die theol. Überzeugungen der evangelikalen Community unter die Räder geraten könnten …

Ihr Antwort erhält drei Ansätze:

  1. Es ist möglich – und notwendig – dass respektvolle Interaktion und Zusammenarbeit mit katholischen Vertretern, als auch mit Menschen anderer Religionen angemessen geschehen kann, ohne unsere theol. Überzeugungen zu ändern oder abzuschwächen.
  2. Wir haben – bezogen auf die Ansätze mancher unserer Kririker – andere Wahrnehmungen sowohl von der röm.-kath. Kirche, als auch von den drängenden Bedürfnissen der evangelikalen Missionsbewegung.
  3. Viele in der oberen Leiterebene der röm.-kath. Kirche sind in vielen theol. Themenfelder (inkl. der „Rechtfertigung aus Glauben“) unsere Partner; dies gilt auch für die Bereiche sozialer und ethischer Problemfelder, auch dann, wenn gleichzeitig viele Katholiken in andren theol. Bereichen sich von unserem Verständnis bibl. Wahrheit wegbewegen.

Weiterlesen Evangelikale und Katholiken …

Bibelbund und Johannes Hartl

Werbung für Charismatik und römisch-katholische Kirche

Man darf dem Bibelbund dankbar sein, dass er in seiner letzten Ausgabe das Thema aufgegriffen hat und den Text auch sobald als Online-Version zur Verfügung stellte.

kreuz_birnbacher.jpg

Nachdem Johannes Hartl in den örtlichen Kreisen der Evgl. Allianz vielerorts als Redner geladen wurde und auch im freikirchlichen Wiedenest einen Männertag gestaltet hat, scheint niemand mehr (kath.) Lehrfragen zu diskutieren – außer eben der Bibelbund …

Der katholische Theologe Johannes Hartl hat mit seinem Gebetshaus in Augsburg einen großen Einfluss unter konservativ-evangelikalen Christen. Seine klare Stellung in ethischen Fragen, seine ansprechenden Predigten mit einem Vokabular, das auch unter Evangelikalen bekannt ist, lässt manche übersehen, dass Johannes Hartl nicht nur offen für charismatische Lehren wirbt, sondern auch für die römisch-katholische Kirche. Seine vereinzelte Kritik an katholischen Lehren darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er die katholische Dogmatik nicht nur grundlegend akzeptiert, sondern auch für klar unbiblische Lehren eintritt.

 

Weiterlesen im Original

Heiligsprechung der Seligen …

„Wer begreift, was der Herr will?“, so begann Papst Franziskus am 04.09.2016 seine Predigt zur Heiligsprechung der „seligen Mutter Theresa“ – Bibellesende Christen stehen damit unmittelbar vor der Frage, wie man einen Menschen „heilig sprechen“ kann, wenn man gleichzeitig nach „Gottes Willen“ als dem zentralen Thema fragt …

Offensichtlich muss der vom Pontifex erwähnte „Wille Gottes“ nicht notwendiger Weise mit dem in der Bibel beschriebenen identisch sein …; denn dort werden alle Christen als „Heilige“ angesprochen (sogar die Gemeinde in Korinth: „an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen„) und die Heraushebung einer gesonderten Elite ist nach den Worten des Meisters ausdrücklich verboten!

8 Ihr aber, lasst ihr euch nicht Rabbi nennen! Denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder. Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel. 10 Lasst euch auch nicht Meister nennen; denn einer ist euer Meister, der Christus. (Matthäus 23,8-10)

Weiterlesen Heiligsprechung der Seligen …

neue Artikel zu bibl. Themen auf brink4u