Die Evangelikalen – eine bemerkenswerte Rezension

14./16.02.2020, Nachtrag:
Am 10.02.2020 hat Jürgen Mette, der Verfasser von „Die Evangelikalen“, durch Vermittlung von Dr. Markus Till sich per Mail an mich (bzw. biblipedia) gewandt und unsere Kommentierung der Rezension von Dr. Thomas Schirrmacher (in Teilen zu Recht) zu kritisieren.

Aus dem sich anschließenden Schriftverkehr heraus, habe ich einige Aussagen in dieser Kommentierung überarbeitet, ergänzt, bzw. gelöscht. Nach dem Dialog sehe ich stärker als zuvor, dass Mettes Buch nicht nur eine theologische Bewertung der Evangelikalen darstellt (die mir zu flapsig ist – und bleibt …), sondern eben auch einen biografisch-subjektiven Erfahrungsbericht darstellt (dem ich auch menschliche Stärken abgewinnen kann).

Es sollte nicht sein, dass theologische Streitfragen auf persönlicher Ebene durchschlagen. Wo das geschehen ist, bitte ich Jürgen Mette um Entschuldigung! – Andererseits ist sein Buch und die Antwort von Thomas Schirrmacher und anderer Rezensenten zu Recht eine öffentliche Auseinandersetzung, die wohl auch notwendig bleibt …


25.01.2020, Kommentierung der Rezension von

Thomas Schirrmacher, ‚Theologischer ‚Streit‘ muss sein und gehört zur DNA der Evangelischen Allianz – oder: Warum ich Streitgespräche liebe. Ein offener Brief an Jürgen Mette zu seinem Buch „Die Evangelikalen“‘,

in: ‚Glauben und Denken heute‘ (Ausgabe 2/2019, Nr. 24/13. Jahrgang, Seite 8-24)

Kaum kam die neue Ausgabe von Glauben und Denkenheraus, da stellte Rod Nolte am 23.01.2020 in einem theologischen Forum in FB eine kurze Zusammenfassung aus Thomas Schirrmachers o.g. Kritik an dem Buch von Jürgen Mette. Die Evangelikalen. Weder einzig noch artig. Eine biografisch-theologische Innenansicht. 2019 Gerth Medien zusammen: wir geben eine überarbeitete Fassung mit freundlicher Genehmigung von Rod Nolte weiter (4 Seiten) – wer mehr Zeit hat, lese Schirrmachers Original (17 Seiten) … [1]

Schirrmacher legt eine bemerkenswerte Rezension zu Mettes Buch vor!


Schirrmachers Kritik ist in der Tat fundamental. Mette hat in den sozialen Medien angekündigt, erst dann zu antworten, wenn er sich mit seinem Kritiker getroffen hat: man darf hoffen, dass er die Argumente von Schirmmacher ernstnehmen und darauf eingehen wird. Zu stark sind die von Schirmmacher aufgezeigten logischen Widersprüche und Inkonsistenzen in Mettes Buch, als das sie unbeantwortet bleiben sollten.

Hier ein paar Schneisen in Kurzform … – und hier die pdf dazu.

Streitkultur oder Brückenbauen …?

  • Mette wirft den konservativen Evangelikalen einen „Hang zum Streiten“ vor und verfasst dann selbst eine „Streitschrift“ (anstatt, gem. seiner Zielsetzung ‚Brücken zu bauen‘) …
  • In den beiden Vorworten seines Buches wird Mette als „Brückenbauer“ bezeichnet – und im Interview mit Wolfgang Bühne bestätigt Mette dies als Selbstwahrnehmung: „Ich sehe meine Aufgabe im Brückenbauen zwischen den Lagern der Jesus-Leute“. Von Bühne hat er hingegen den Eindruck, er liebe die Fronten
  • In seinem eigenen Buch sieht man aber auch Abgrenzung auf Abgrenzung … – Kardinal John Henry Newman hingegen wird von Mette als „Brückenbauer“ erwähnt? Worin besteht nochmal sein Vorbild? (man erinnere sich: ehemalig führendes Mitglied der ‚Oxford-Bewegung‘, Ex-Anglikaner (dessen Bruder der evangelikalen Szene nahestand), ein Konvertit zum röm. Katholizismus, später Kardinal und seit dem Herbst 2019 auch ein off. ‚Heiliger)
  • Mette fordert Einigkeit, und sagt gleichzeitig: „Wer mich öffentlich als ’nicht mehr bibeltreu‘ bezeichnet, ist nicht mein Bruder / Schwester“ (ein vorschnelles Urteil); Mette findet, dass man ihn kritisiere, ohne ihn vorher zu einem Gespräch besucht zu haben, …
  • Es fehlt bei Mette eine klare Bibelarbeit, die darlegt, was falsches und was richtiges Streiten ist. Unklar bleibt, warum Mette scharf und angreifend formulieren darf und andere nicht. Immer sind „die anderen“ die Streithammel, nicht Mette oder Leute, die auf seiner Seite stehen.
  • Die christliche Theologie hat die „Disputation“ vor 1.500 Jahren in den Klöstern hervorgebracht (aus dem Judentum übernommen). Universitäten sind aus diesem Geiste entstanden. Die Errungenschaften der Moderne sind nicht durch ‚Schmusen‘ und Einheitsbeteuerungen, sondern durch organisierte Streitgespräche hervorgebracht worden.
  • Zum Protestantismus / zu den Evangelikalen gehört, dass jeder selber um die richtige Bibelinterpretation ringt. Schirrmacher hat z.B. am ökumenischen Dokument von 2011 „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ (CZmrW, Vatikan, Ökumenischem Rat der Kirchen, Weltweiter Evangelischer Allianz) mitgearbeitet, wofür er von anderen (Anm.: zu Recht …) auch deutlich kritisiert wurde.
  • Gruppen, die sich einer theol. Liberalisierung entgegenstellen, nennt Mette „Protestzirkel“. „Statt sich zu inspirieren / zu erneuern, werden immer neue Protestzirkel etabliert“ (Mette, S. 45). Daraus ergebe sich die gesellschaftliche Wirkungslosigkeit der Evangelikalen!
  • Es scheint, als gelte: „Bestehende Strukturen / Denkweisen sind zu erhalten“. Dabei war es ja Mette, der seine eigene Sichtweise „modernisiert“; sich also aus früheren Strukturen hinausbewegt hat. Warum ist er jetzt kein „böser Protestzirkler“?
  • Mette kritisiert, dass Worthaus-Predigten „kritisiert werden“, übergeht aber, dass die Worthaus-Prediger oft selbst sehr heftig austeilen, mit polemischem Ton gegenüber anderen Christen.

Evangelikale …

  • Mette kritisiert, dass unter Evangelikalen „geprüft werde, ob er im Glauben klar stehe“ (was ihn offensichtlich ärgert), er selber nennt aber ebenfalls listenweise Dinge, die man auf keinen Fall vertreten dürfe …
  • Mette sagt (S. 205): „Ich will mir immer wieder bewusst machen, dass ich von meinen schärfsten Kritikern sehr viel lernen kann“, aber im Buch findet sich kaum ein Beispiel, was er von den Kritikern gelernt hat.
  • Mette findet den Begriff „evangelikal“ derart überfrachtet, kontaminiert, theologisch entkernt, dass man ihn abschaffen solle. Schirrmacher hingegen behauptet: man schafft Begriffe nicht ab und ersetzt sie durch „Nichts“, sondern mit besseren Begriffen. Mette solle einen besseren Begriff vorschlagen …
  • Sicher kann man sich für manche ‚Evangelikale‘ nur schämen – aber das gibt es überall, wo es Menschen gibt. Laut Mette „kränkelt“ die evangelikale Szene jedoch schon von Anfang an, und müsse die „ursprüngliche Idee“ wiederherstellen. (welche “ursprüngliche Idee“ eigentlich? Die der realen evangelikalen Bewegung, die angeblich schon von Anfang an kränkelte, oder einem von progressiver Seite erträumte …?)

Sexualität

  • Laut Mette sei Homosexualität ein „Randthema“, das wir nicht zu einer Bekenntnisfrage machen sollten. Schirrmacher: „Da sind sich Freund und Feind ausnahmsweise mal einig, dass das (Homosexualität) kein Randthema ist. Das ist wirklich Deine (Mettes) ganz private Meinung, die sicher nichts zur Lösung beitragen wird.“
  • Mette übertreibt: Evangelikale befassen sich nicht „nur“ mit Homosexualität – über Islam und Christenverfolgung wird weit mehr publiziert, da gibt es Institute und Zeitschriften …
  • Mette wendet sich gegen „vereinfachende“ Lösungen, aber für das Thema Homosexualität hat er selber eine ultravereinfachende Lösung, indem er es zum „Randthema“ erklärt, das keine Bekenntnisfrage sein kann …
  • Diese Lösung habe laut Schirrmacher noch nirgends funktioniert. Sexualethik sei nun mal kein Randthema. Wenn Sexualität ein Randthema wäre: was ist mit sexuellem Missbrauch, soll das auch alles nur privat ausdiskutiert werden? Bei Abtreibung sagt Mette wiederum nicht, dass dies ein Randthema sei.
  • Wer entscheidet nun, was ein „Randthema“ ist: Mette hält seine eigene Position zu Homosexualität für die einzig gangbare und vertritt sie mit Nachdruck – warum ist ihm seine Position so wichtig, wenn es ein Randthema ist?

Schöpfungsforschung und Schriftverständnis

  • Die Frage nach Kreationismus bzw. Schöpfungsforschung löst Mette ganz einfach: Wer gelernt hat, die unterschiedlichen Literaturgattungen zu unterscheiden, der muss nie wieder über die Evolutionstheorie streiten … (S. 100). [Christen haben jedoch schon immer Literaturgattungen unterschieden, und ob Genesis 1 und 2 als „Poesie“ zu sehen ist, darüber entscheiden philologische Argumente, etc.]
  • Die Gegner von Mette seien einfach Fundamentalisten, die „einfache Menschen“ mit simplen Antworten bedienen, jedoch sind die Lösungsvorschläge von Mette ebenfalls simplizistisch.
  • Das Schriftverständnis von Mettes Gegnern werde „von Angst dominiert“. [Psychologisierung des Gegners.]. Schirrmacher weist hingegen die Vorwürfe von Mette gegen die Chicago-Erklärung als haltlos aus. Artikel XVIII sagt ja gerade, dass grammatisch-historische Exegese wichtig ist, und Artikel XIII sagt, dass literarische Kategorien wesentlich sind, etc.
  • Mette meint, er versuche die Bibel ganz ohne Vorverständnis zu lesen. Dazu Schirrmacher: keiner kann so einfach die Bibel lesen, wie sie sich selbst verstanden hat. Man muss zuerst erarbeiten, was ein Text damals gemeint hat, dann sich seiner eigenen Sprache, Kultur und Voreingenommenheit bewusstwerden. „Das ist auch kleines Einmaleins jeder bibeltreuen Theologie“.
  • Mette habe wohl einfach seine frühere „fromme“ hermeneutische Tradition mit einer anderen ausgetauscht. Schirrmacher: „Da kannst Du doch nicht einfach ‚fromm‘ erklären, Du seist quasi der Einzige, der nur schlicht die Bibel so verstehen wolle, sie sie sich selbst verstanden wissen will.“ …
  • Mette meint, seine Gegner sagen: „Man soll einfach das wörtlich nehmen, was da steht“ – Schirrmacher bittet, dass er ihm diesen Satz bitte von einem evangelikalen / bibeltreuen Theologen zeigen soll. Leider habe sich Mette nicht die Mühe gemacht, die Schriften seiner Gegner gründlich zu studieren. So schlage er ständig auf Strohmänner der Gegenseite ein.

Koran und liberale Theologie

  • Mette meint, es gäbe die islamische Sicht im Umgang mit dem Koran auch „in christlichen Ausprägungen“. Das sei, so Schirrmacher, schlicht falsch, das habe es weder in der Geschichte noch heute je gegeben. (S. 22 bei Schirrmacher).
  • Mette erweckt den Eindruck, die liberale Theologie habe uns nur ein wenig philologisch auf die Sprünge geholfen, aber übergeht komplett den glaubenszerstörenden Effekt (und die falschen philosophischen Grundlagen) der liberalen Theologie / der historisch-kritischen Bibelauslegung.
  • Mette preist die europäische Akkreditierung unter staatlicher Aufsicht seit der Einführung der Bologna-Kriterien wegen ihrer Wissenschaftlichkeit – Fakt ist aber, so Schirrmacher, dass sich die meisten theologischen Fakultäten an deutschen Universitäten gegen die Einführung der Bologna-Methoden wehren, weil sie deren Folgen als nicht förderlich ansehen …

Schirrmachers Rezension ist ausbaufähig …

  • Schirrmacher kommt bisweilen etwas hochnäsig rüber: hier der universelle Dr. mult., dort der lokale pietistische Theologe …
  • Er beschreibt fast ausschließlich formale Aspekte und bleibt auf der Meta-Ebene, indem er die „Streitkultur“ zwischen verschiedenen Meinungen sehr stark betont und lobt, ohne inhaltlich Grenzen zu ziehen, was denn nun evangelikal ist und was nicht mehr zur evangelischen Allianz gehören solle …
  • Inhaltlich hat er z.B. nichts zum Thema Homosexualität gesagt. Jede inhaltliche Festlegung würde natürlich von der Gegenseite sofort wieder als „zu eng“, „intolerant“ etc. diffamiert werden.
  • Diese ‚Offenheit‘ kann natürlich ein postmodern gesinnter Gegenüber sofort ausnutzen: ‚wir sind ja gerade für Pluralität; dann muss unsere Sicht von Homosexualität, liberaler Schriftauffassung, liberaler Sicht von Sex vor der Ehe, von der Wahrheit anderer Religionen, vom Sühneopfer, etc. auch voll akzeptiert werden, Hauptsache wir sind bereit, darüber zu diskutieren.‘ … – vgl. Thorsten Dietz in seiner Reaktion auf Schirrmachers Rezension in einem anderen Facebook-Thread …  [2]
  • Problem: Wenn man keine inhaltlichen Festlegungen mehr machen kann, weil man Angst haben muss, innerhalb der evangelikalen Bewegung als intolerant ausgegrenzt zu werden, dann haben die ‚konservativen Evangelikalen‘ schon verloren, weil damit die Hermeneutik der Gegenseite „de facto“ akzeptiert wurde.
  • Dies scheint die Strategie zu sein, auf die Mettes Buch (ob bewusst oder unbewusst) hinausläuft: dass nicht mehr über Inhalte diskutiert wird, dass keine Wahrheitsansprüche für christliche Positionen mehr ausgesprochen werden, sondern alle Sichtweisen gleichberechtigt nebeneinanderstehen können (postmodern und bibeltreu). Damit hat dann aber – auf der Metaebene – die postmoderne Fraktion ‚gewonnen‘ …
  • Fakt ist: Mettes Buch liest sich – nach Schirrmachers Rezension – wie eine „Kampfansage“ an konservative Evangelikale. Sollen konservative Evangelikale in der evangelikalen Bewegung „marginalisiert“ werden?
  • Insofern ist Thomas Schirrmachers Rezension fast schon defensiv …

Summe

Schirrmacher liefert mit seiner Rezension zwar starkes Argumentationsmaterial, aber die innerevangelikale ‚Schlacht‘ geht erst richtig los … – Die Freunde aus ‚Post-Evangelikalien‘ erheben einen klaren Führungsanspruch, und scheinen die Interpretation dessen, was in der Evangelischen Allianz gilt, für sich gewinnen zu wollen.

Zum Weiterlesen:


D. Facius schließt die damalige Rezension des Bibelbundes wie folgt ab:

Und noch ein Weiteres muss verwundern: das fast völlige Fehlen einer Auseinandersetzung mit der „Wahrheit“. Mette schreibt viel über Gnade und Liebe, geht aber kaum darauf ein, dass Jesus gekommen ist, um von der Wahrheit Zeugnis zu geben (Joh 18,37) und seine Gemeinde als Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit baut (1Tim 3,15). Wer ernsthaft an einer Beilegung von innerevangelikalen Streitigkeiten interessiert ist, muss sich vordringlich mit dem Problem befassen, wie sich Liebe und Gnade und Wahrheit zueinander verhalten. Nicht jede inhaltliche Auseinandersetzung, nicht jede Kritik ist nämlich per se „ungnädig“.

Links:


[1] Diese Textfassung verantwortet natürlich der Herausgeber selbst …

[2] Thorsten Dietz Ja, sehr spannender Beitrag! Schön finde ich, dass Thomas Schirrmacher ja der Kernthese von Jürgen Mette ausdrücklich zustimmt, dass „evangelikal“ eigentlich für eine „Sammlung von ‚Jesus-first‘-Gesinnten“ steht und mit eigenen Worten hinzufügt, „dass es eine Sache gibt, die uns eint, und vieles, was uns unterscheidet.“ (S. 8)

Besonders hilfreich finde ich die Bestätigung, dass es eben gar nicht das eine evangelikale Schriftverständnis gibt. Gerade in der DEA war das Bekenntnis zur Irrtumslosigkeit der Bibel noch nie der Maßstab evangelikaler Bibeltreue. Schön, dass von einem zu bestätigt zu finden, die die Chicagoer Erklärung bis heute in seiner eigenen Deutung vertritt.

Interessant fand ich auch die Feststellung, dass selbst unter den Anhängern einer Hermeneutik der Irrtumslosigkeit der Kreationismus keineswegs so selbstverständlich ist, wie andere es bisweilen darstellen. Es gilt nicht nur: „Eine kreationistische Auslegung des Schöpfungsberichtes und die theistische Evolution haben in der evangelikalen Bewegung seit Darwin immer schon nebeneinander her bestanden“ (18), was ja offensichtlich ist. Sondern mehr noch: „bereits die ersten „Fundamentalisten“ waren in dieser Frage nicht einig“ (Ebd.). Wenn man selbst von der Chicagoer Erklärung her zu dem Ergebnis kommt, dass wir „mit einer großen Bandbreite an ‚bibeltreuen‘ Sichtweisen von Genesis 1–11 leben müssen“, sehe ich in diesem Zugeständnis eher eine Stärkung der Anliegen Jürgen Mettes als eine Kritik.

(…)

Alles in allem habe ich nach Lektüre dieses Textes den Eindruck, dass Thomas Schirrmacher fast mehr Klärungsbedarf hätte mit konservativen Evangelikalen als z.B. mit Jürgen Mette oder auch mir….

Auf diesem Niveau könnten die Gespräche gerne fortgesetzt werden. Vielleicht mit einem etwas weniger schulmeisterlichen Tonfall und „Tunnelblick“-Unterstellung, um auch etwas kritische Bedenken anzumelden…

https://www.facebook.com/till4one/posts/3332592770144740

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Friedrich Hänssler (1927-2019)

Friedrich Hänssler prägte mit Büchern, Tonträgern und Filmen die christliche Medienlandschaft. Foto: www.scm-haenssler.de
Friedrich Hänssler prägte mit Büchern, Tonträgern und Filmen die christliche Medienlandschaft. Foto: http://www.scm-haenssler.de

Gerne erinnere ich mich an verschiedene Begegnungen auf der Frankfurter Buchmesse (wo ich als junger Mann dem CLV bei seinen ersten gehversichen und Standaufbau half), wenn ich bei den ‚großen‘ evangelikalen Verlagen vorbeischaute (um am letzten Tag Standware zum halben preis abzustauben) und dabei auch den Heimgegangenen am Hänssler-Stand beobachten konnte: wie er immer korrekt und höflich im Gesprächen vertieft war. Der elder-statement des evangelikalen Verlagswesens schlechthin …

Bevor der cvmd in München gegründet wurde, gab es für ein paar Jahre regelmäßige (meist apologetische) Vorträge von bekannten Redner in der Münchener Bahnhofszene: einer der letzten Termine war der Besuch von Friedrich Hänssler, der es sich nicht nehmen ließ in seinen Mitt-80-igern extra für diesen einen Zweck aus Stuttgart mit der Bahn anzureisen und sich zu Fuß durch das Bahnhofsviertel zu schlagen:

Auch hier wieder der christliche Gentlemen, der den Aufwand unternahm einer chaotischen Truppe meist junger Leute (in einer relativ kleinen Gemeinde / einem kleinen Buchladen) zu erzählen, wie Gott ihn (im Evangelium und im Dienst) berufen hatte.

Damals hat mir imponiert, wie jemand sehr genau wusste was seine Aufgabe ist: die Bezeugunge des Gekreuzigten und Auferstandenen – seien es viele oder wenige …

Gerne verweisen wir hier nochmals auf den Nachruf von idea:

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Warren Wiersbe (1929–2019)

May 3, 2019  |  Justin Taylor

 

Popular and prolific Bible teacher Warren Wiersbe died on the evening of May 2, 2019, at the age of 89.

Warren Wendel Wiersbe was born on May 16, 1929, the third child of Fred and Gladys Anna (Forsberg) Wiersbe, in East Chicago, Indiana (25 miles southeast of Chicago). At that time, the steel town of East Chicago was the most industrialized city in the United States. His mother was of Swedish descent, and his father was of German descent. He was a lactose-intolerant milkman.

Wiersbe traced his conversion to May 1945 during high school sophomore. Just before his sixteenth birthday he attended a Youth for Christ rally and heard the ministry’s first full-time evangelist, 26-year-old Billy Graham. Though he was raised in the church and had attended Vacation Bible School, he trusted in Christ for the first time that night in response to Graham’s altar call.

A few years later, the president of Youth for Christ, Torrey Johnson, asked him what he wanted to do with his life. Wiersbe responded, “I wanted to go to school and get some Bible training and then preach the gospel.” Johnson responded: “Young man, find the one thing you do that God blesses, and stick with it! Around that time, Wiersbe later wrote, “I had developed an insatiable appetite for the Word of God, and I wanted to study and understand the Bible more than anything else in all the world.” He began acquiring and using his first books: the Scofield Reference Bible, Strong’s Concordance, Cruden’s Concordance, Smith’s Bible Dictionary, The Christian Worker’s Commentary by James M. Gray, Notes on the Pentateuch by C. H. MacIntosh, using tools from a dispensational perspective.

After attending Indiana University in Indianapolis for a year and then Roosevelt University in Chicago, Wiersbe enrolled at Northern Baptist Theological Seminary in Lombard, a northwest suburb of Chicago. He entered a five-year program that enabled him to get a college degree and seminary degree at the same time. As a seminary student, he was ordained in 1951 and began serving as pastor of Central Baptist Church, a blue-collar, 150-member neighborhood church in East Chicago. In June of 1953, he received his bachelor of divinity degree from Northern and married Betty Warren, whom he had met at Northern. (She was a librarian, and he practically lived in the library.) Together they had four children—two boys (David and Robert) and two girls (Carolyn and Judy). He once said of marriage: “Getting a wife is something like being saved. You make a decision and then you discover you’ve been chosen. And this is what happened. We just knew we were made for each other.”

Weiterlesen im Original

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Männer der 2. Reihe …

Im H3 (4. Jahrgang) ging es zu Beginn im Sept. 2018 wieder mal um Kirchengeschichte:

  • … nachdem in den ersten drei Jahrgängen von H3 verschiedene Perioden der Kirchengeschichte behandelt wurden [frühe Kirche, Mittelalter, Neuzeit (Pietismus, Heiligungs- und Pfingstbewegung, Brüderbewegung]), …
  • … sollte in dem vierten Jahrgang aus fünf Perioden der Kirchengeschichte je eine Biographie exemplarisch herausgegriffen werden, …

 

Dabei wurde jeweils ein Mann aus der 2. Reihe ausgewählt; also: Bonifatius (statt Augustinus), Jan Hus (statt Wyclif), Bucer (statt Luther), Spangenberg (statt Zinzendorf), Kelly (statt Darby) …

Weiterlesen …

 

 

 

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Erweckung bringt Konflikte …

In unserem kritischen Artikel zur MEHR2018 (März 2018) erhielten wir teilweise ein Feedback, als hätte der Verfasser behauptet, dass innerhalb der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) kein erweckliches Leben möglich sei … – dem ist tatsächlich nicht so!

Allerdings wird eine biblische Erweckung nach Auffassung des Verfassers naturgemäß immer in Konflikt mit evtl. falschen Lehren der Gruppe geraten, in der sie auftritt. Wenn sie hingegen traditionelle Lehren ihrer Organisation verteidigt, die klar unbiblisch sind – während sie gleichzeitig eine reformatorische Lehre vom Evangelium bekennt – entstehen ernsthafte Fragezeichen …

Die interessante Untersuchung von Gabriele Singer und Walter Mauerhofer über „Die Allgäuer Erweckungsbewegung“ zeitigt ein schönes Beispiel, wie sich erweckliches Lebens innerhalb der „Mauern“ der RKK über Jahrzehnte hinweg Bahn bricht und auch Verbindungen außerhalb ihrer Grenzen entstehen.

Aber auch, wie es sich von falschen Lehren zunehmend distanziert …

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MEHR2018: eine Stellungnahme

st-peters-basilica-1697064_1920(1)Kathpop – und die evangelikale Krise am Beispiel der Mehrheitsmeinung zur MEHR2018

In der Frage der Bewertung des Gebetshauses / MEHR2018 und der Person von Johannes Hartl, bzw. der Frage, inwieweit die katholische Lehre eine Präsentation des Evangeliums negativ beeinflusst, ringen die konservativen Evangelikalen um den richtigen Weg …

Eine engagierte Stellungnahme aus konservativ protestantischer Sicht. – Bitte erst lesen und dann fair kritisieren!

Uwe Brinkmann
München, im März 2018

Nachtrag, 06.07.2018: das Bemühen um Fairness scheint einigermaßen gelungen; jedenfalls schreibt Dr. J. Hartl in einer FB-Diskussion am 06.07.2018 an Dr. M. Till (nachdem er ihn auf meinen Artikel verwies):

Den Artikel auf brink4u kannte ich noch nicht, finde ihn wirklich super! Danke fürs Posten. So sieht echte Auseinandersetzung aus!

Hoffe nur meine konservativen Freunde werden meine Hartl-Kritik jetzt nicht als zu wohlwollend ablehnen …

SDG

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Billy Graham: „Die Bibel sagt…“

Fotolia_65824325_Subscription_Monthly_M.jpgUlrich Parzany, 07.03.2018 im Netzwerk „Bibel und Bekenntnis“

Klar und verständlich, mit Liebe, Leidenschaft und nicht ohne Humor hat er Millionen Menschen in der ganzen Welt die Botschaft von Jesus Christus, dem Retter und Herrn, verkündet. 1946 begann der in Charlotte (North Carolina) geborene Pastor in öffentlichen  Veranstaltungen zu predigen. Eine Zeltevangelisation 1949 in Los Angeles (Kalifornien) war für drei Wochen geplant, musste aber auf acht Wochen verlängert werden. Die Menschen strömten Abend für Abend in das überfüllte Zelt. Die Medien wurden auf Graham aufmerksam und machten ihn bekannt.

1950 gründete er die Billy Graham Evangelistic Association, um seine Dienste gründlich vorbereiten und nacharbeiten zu können. Diese Dienste führten ihn bald über die Grenzen der USA hinaus. 1954 wurde eine Evangelisationsveranstaltung in London auf zwölf Wochen ausgedehnt und mit einer Schlussversammlung im vollen Wembley-Stadion abgeschlossen. 1957 waren sechs Wochen in New York geplant, die auf 16 Wochen ausgedehnt werden mussten.

Billy Graham in Deutschland

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Billy Graham’s funeral held in Charlotte

Billy Graham’s funeral was held Friday, March 2, 2018, on the grounds of the Billy Graham Library in Charlotte.

http://www.wral.com/news/video/17385281/

“To God be the glory, great things He hath done, / So loved He the world that He gave us His Son, / Who yielded His life our redemption to win, / And opened the life-gate that all may go in.

Praise the Lord, praise the Lord, / Let the earth hear His voice; / Praise the Lord, praise the Lord, / Let the people rejoice; / Oh, come to the Father, through Jesus the Son, / And give Him the glory; great things He hath done.”

Billy Graham is laid to rest

Evangelist Billy Graham is buried next to his wife, Ruth Bell Graham, on the grounds of the Billy Graham Library in Charlotte.

http://www.wral.com/news/video/17387216/

Bild: Von Bundesarchiv, Bild 194-0798-29 / Lachmann, Hans / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5438394

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Gesetzeswerke – Glaubenswerke

Breslauer Ausgabe von Martin Luthers Kleinem Katechismus mit einer Widmung von Pfarrer Gotthard Daniel Fritzsche (Lobethal, Südaustralien).

Günther Vogel hat am 01.11.2017 in FB einige zentrale Aussagen Luthers zu Gesetz und Glaube in einem Artikel zusammengestellt, die wir hier gerne wiedergeben:

Luthers Betonung der biblischen Rechtfertigungslehre (nicht aus Gesetzeswerken – allein aus Glauben) stieß auf heftigen Widerspruch. Sowohl von Katholiken als auch von einzelnen Wiedertäufern wurden seine Überzeugungen zum Teil sehr entstellt wiedergegeben, so als ob Luther Werke des Glaubens für unnötig halten würde. – Das Gegenteil ist der Fall!
Das Thema “Rechtfertigung aus Glauben” nimmt in Luthers Werken einen sehr breiten Raum ein. Immer wieder kommt er darauf zu sprechen. Und immer wieder finden sich folgende Punkte:
  • Vor Gott wird ein Sünder allein aus Gnade durch den Glauben an Christus gerechtfertigt.
  • Werke können keinerlei Beitrag zu unserer Rechtfertigung leisten.
  • Mit echtem Glauben sind dann aber unausbleiblich gute Werke verbunden.
  • So bestätigen gute Werke die Echtheit des Glaubens.
  • Deshalb ist es nötig, dass auch die Notwendigkeit guter Werke deutlich gepredigt wird.
  • Dennoch tragen auch die Glaubenswerke in sich selbst nichts zum ewigen Heil bei.
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6 Lektionen aus dem Erbe Luthers

Martin-Luther-Statue-Text.jpgZum Jubiläum am 31.10.2017 ein Artikel vom Dallas Theological Seminary (DTS) – nicht gerade eine lutherische Kaderschmiede, der zeigt, dass Martin Luther konfessionsübergreifend geachtet wird. – Danke an B. Schwarz für den Hinweis in FB!

Would Martin Luther—given his personality and prejudices—be acceptable on any modern university faculty?

Reformation scholar Heiko Oberman raised this interesting question in the conclusion of his work on the heralded reformer, Luther: Man Between God and the Devil. Oberman’s conclusion is that Luther would not stand a chance, because many of his late medieval values, such as his strident belief in the realities of the unseen, would be viewed as archaic and nonsensical to a postmodern audience. Furthermore, a psychological battery of tests would have eliminated any vestige of chance. His fear of the Lord and a very real perception of the realities of the demonic would lead to a diagnosis of either neurosis or psychosis caused by childhood trauma.

With this said, is there anything in Luther’s career that would offer the portent of a successful faculty career or pastoral position today? Can this sixteenth century individual offer us insights for life in the twenty-first?

1. A Lesson of Transforming Grace

Martin Luther offers insight into the wonder of the transforming realities of the gospel when the claims of Christ are understood and embraced. It would seem that human nature has not been altered through what historians frequently have called centuries of progress. (In fact, advances in technology seem only to have brought into vivid relief the barbarous potential of human ingenuity.) The recognition of human blight is revealed frequently in the endless quest to dull tarnished dreams and painful memories.

[Luther] discovered that God through Christ was not a wrathful judge,
but a compassionate redeemer.

Though Luther’s struggles had more to do with a troubled conscience preventing acceptance by a holy and just God, he, like many today, found that the advice and instruction of his teachers did little to assuage the emptiness felt in the depths of his soul. When Luther prepared lectures at the University of Wittenberg, the light of the gospel gradually flooded his heart and mind.

An accomplished monk, a devoted follower of the Christian disciplines, he discovered that God through Christ was not a wrathful judge, but a compassionate redeemer. Freedom from a guilty conscience was a gift purchased by Christ and granted as a gratuitous gift. And that forgiveness could not be earned or merited but was granted because Christ stood alone as the sinner’s substitute and advocate. This is the old, old truth that is forever new to those who experience it for the first time (and return to it many times).

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